DARMKREBSFRÜHERKENNUNG

Darmkrebs gehört zu den am häufigsten diagnostizierten Krebserkrankungen in Deutschland. Dabei ist er bei frühzeitiger Erkennung durchaus vermeidbar. Mittels immunchemischer Tests (iFOB-Test) auf Hämoglobin im Stuhl werden geringe Mengen menschlichen Blutes im Stuhl nachgewiesen.

Gemäß der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie haben Versicherte seit dem 1. April 2017 Anspruch auf iFOB-Tests anstelle des bisherigen Guajak-Tests, da diese Blutspuren im Stuhl deutlich besser nachweisen. Patienten können den Test ab einem Alter von 50 jährlich und ab 55 alle zwei Jahre kostenfrei bei ihrem Hausarzt, Internisten, Gynäkologen bzw. Urologen durchführen.

Das von Sysmex angebotene Proben-Röhrchen SENTiFIT pierceTube ermöglicht dem Patienten eine sichere und einfache Durchführung des Stuhltests. Das Labor wiederum profitiert von einer schnellen und hygienischen Abarbeitung der Proben dank dem auf das Röhrchen abgestimmten Analyser Sentifit 270. Informieren Sie sich über den iFOBT-Test unter www.darmkrebs-screening.eu.

Krebsbiologin im Einsatz

XTRA-ARTIKEL AUSGABE 1/2019

Prof. Dr. Georgia Konstantinidou arbeitet für das Pharmakologische Institut der Swiss National Science Foundation an der Universität Bern mit dem Whole Slide Scanner von Sysmex. Ihre Forschung unter anderem zu Lungenkrebs konzentriert sich auf die Gene KRAS und p53

Prof. Dr. Georgia Konstantinidou forscht mit drei Mitarbeitern am Pharmakologischen Institut an der Universität Bern

Krebserkrankungen sind die zweithäufigste Todesursache in Europa, so die Weltgesundheitsorganisation WHO. Und die Zahl an Neuerkankungen steigt. Doch während im Jahr 1980 noch mehr als zwei Drittel aller Patienten an der Erkrankung starben, kann heute, dem Deutschen Krebsforschungszentrum zufolge, mehr als die Hälfte aller Betroffenen auf Heilung hoffen. Dieser Fortschritt ist nicht zuletzt der Forschung zu verdanken, die immer individuellere und schonendere Therapien ermöglicht. Die Unterstützung durch moderne Technologien ist dabei unverzichtbar, wie die Schweizer Krebsbiologin Prof. Dr. Georgia Konstantinidou bestätigt.

Frau Prof. Dr. Konstantinidou, woran forschen Sie in Ihrem Institut?
Prof. Dr. Georgia Konstantinidou: Das Pharmakologische Institut der Swiss National Science Foundation an der Universität Bern arbeitet multidisziplinär und deckt verschiedene Forschungsbereiche ab – von reiner Immunologie über Krebsimmunologie bis hin zu reiner Krebsbiologie. Ich selbst bin Krebsbiologin und forsche mit meiner Arbeitsgruppe an Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs im Allgemeinen sowie an speziellen Unterformen, den Adenokarzinomen, die durch das Onkogen KRAS herbeigeführt werden.

Welche Rolle spielt der Whole Slide Scanner von Sysmex für Ihre Forschungsarbeit?
Unser Institut arbeitet sehr intensiv mit dem Inselspital Bern zusammen, und der Whole Slide Scanner ist für den Austausch sehr wichtig. Auch um Proben für die weitere Forschung mit wesentlich höherem Durchsatz zu scannen, als es beispielsweise mit Microarrays möglich ist, benötigen wir den Whole Slide Scanner in allen Forschungsbereichen.

Was genau untersucht die Krebsbiologie?
Bis sich eine gesunde Zelle bei einem Menschen in eine Tumorzelle verwandelt, braucht es eine Vielzahl an Mutationen über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Wenn man dann das Genom dieses Menschen sequenziert, findet man über 1.000 Mutationen in einem Tumor. Entstehen Onkogene, führt dies zu aggressiven Krebsvarianten. Die Krebszellen können dabei sehr schnell wachsen und sogar gegenüber Chemotherapeutika immun sein. Bei unseren In-vivo-Mausmodellen sind die Tumore weniger komplex. Wir forschen an p53-Knockout-Mäusen mit KRAS-Mutation. Also vor allem an zwei Ursachen, die eine Tumorgenese verursachen. Das genügt uns in der Forschung, um die Prozesse menschlicher Tumorzellen rekapitulieren zu können.

Der Pannoramic MIDI II zählt zu den schnellsten Whole Slide Scannern auf dem Markt

Forschen Sie ausschließlich an Mausmodellen?
Aufgrund der vielfältigen Mutationen müssen wir parallel zu den Mausmodellen auch menschliche Zelllinien erforschen. Denn selbst wenn diese theroretisch ähnliche onkogenetische Veränderungen aufweisen, verhalten sie sich meist komplett unterschiedlich. Daher müssen wir mindestens zehn bis 20 menschliche Zelllinien analysieren, um wirklich zu verstehen, was da passiert. Ausschließlich an Mausmodellen zu forschen würde zu keinem für die Humanmedizin geeigneten Ergebnis führen. 

Sie haben die p53-Knockout-Maus erwähnt. Worum handelt es sich dabei genau?
p53 ist ein Tumorsuppressor, der in unseren Knockout-Mäusen genetisch modifiziert vorliegt. Daraus folgt die Expression des mutierten KRAS-Proteins als Start der Onkogenese. Dieser Ablauf ist typisch für Lungen- und Pankreaskrebs. In 95 Prozent aller Pankreaskrebsfälle liegt eine KRAS-Mutation und damit ein duktales Adenokarzinom vor. Beim Lungenkrebs fallen 30 Prozent aller nicht kleinzelligen Lungenkarzinome in diese Kategorie. Der Anteil ist zwar geringer, aber trotzdem von Bedeutung, da es bisher keine Basistherapie für Tumore durch KRAS-Mutationen gibt.

Wie gehen Sie beim Forschen vor?
Wir haben zahlreiche Ansätze. In den meisten Fällen starten wir mit Mausmodellen und fahren dann mit menschlichem Gewebe fort. Manchmal haben wir eine Hypothese oder wir finden etwas Spezifisches im menschlichen Gewebe, das wir an Mausmodellen testen. Wir arbeiten an beiden Geweben gleichzeitig in einem Verhältnis von 50: 50. Wir arbeiten auch mit der Abteilung für Pathologie zusammen, und es gibt eine Kohorte mit Pankreaskrebs-Patienten, deren Proben wir in unsere Forschung miteinbeziehen.

Wie hoch ist das Arbeitspensum in der digitalen Pathologie durchschnittlich?
Ich bin Professorin und zu meiner Arbeitsgruppe gehören drei Mitarbeiter. Wenn wir mehr wären, könnten wir 24/7 arbeiten und rund um die Uhr Schnitte scannen. Sie können sich vorstellen, dass wir eine Menge an Proben haben, und wir sind mit Immunchemie den ganzen Tag beschäftigt – entweder mit Gewebe von Mäusen oder Menschen. Daher arbeitet der Whole Slide Scanner den ganzen Tag lang, und es genügt immer noch nicht.

Die Gewebeschnitte lässt Prof. Konstantinidou mit dem Whole Slide Scanner digitalisieren

 

Gibt es spezielle Situationen, in denen Sie Ihre Ergebnisse mit Kollegen austauschen?
Mit den Studenten mache ich das einmal pro Woche in unserem Labor-Meeting. Wir kollaborieren aber auch mit anderen Ländern in Europa und mit den USA. Dann eignen sich digitale Schnitte für den Austausch am besten. Die Technologie ist viel besser geworden. Der Whole Slide Scanner Pannoramic MIDI II ist in der Pathologie wie ein Hebel, mit dem man unbegrenzten Zugriff auf weltweite Datenbanken hat. Das war früher nicht möglich, und man musste persönlich vorbeikommen oder langwierige Transporte organisieren.

Wie hat sich die digitale Pathologie aus Ihrer Sicht verändert?
Da kann ich aus eigener Erfahrung sprechen. Früher habe ich nonstop mit dem Mikroskop gearbeitet – und das tagelang! Heutzutage ist das ganz anders. Die Qualität der digitalen Bilder ist viel besser und es gibt viel effizientere Möglichkeiten für die Bildanalyse. Per Hand lässt sich nichts Vergleichbares erreichen, vor allem, wenn man sehr kleine Gewebeproben beispielsweise von einer Maus untersucht. Früher bin ich damit zum Mikroskop gegangen und habe mir 30 minimal unterschiedliche Bilder angesehen und versucht, sie miteinander zu kombinieren, um einen Gesamteindruck von der Oberfläche des Organs zu bekommen. Jetzt dauert es zehn Minuten, ein hochaufgelöstes kontrastreiches Bild zu erstellen. Sie können sich vorstellen, was das für ein Unterschied ist und wie sich die gewonnene Zeit nutzen lässt.

Summary

  • Am Pharmakologischen Institut der Universität Bern forscht Prof. Dr. Georgia Konstantinidou vor allem an Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • Der von Sysmex vertriebene Whole Slide Scanner Pannoramic MIDI II des Herstellers 3DHISTECH hilft ihr dabei, nicht nur das Probenaufkommen bewältigen zu können. Er ermöglicht auch einen einfachen Austausch mit Studenten und den Kollegen anderer Institute

 

Text Stephan Wilk

Fotoquelle: Lucia Bartl

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