DARMKREBSFRÜHERKENNUNG

Darmkrebs gehört zu den am häufigsten diagnostizierten Krebserkrankungen in Deutschland. Dabei ist er bei frühzeitiger Erkennung durchaus vermeidbar. Mittels immunchemischer Tests (iFOB-Test) auf Hämoglobin im Stuhl werden geringe Mengen menschlichen Blutes im Stuhl nachgewiesen.

Gemäß der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie haben Versicherte seit dem 1. April 2017 Anspruch auf iFOB-Tests anstelle des bisherigen Guajak-Tests, da diese Blutspuren im Stuhl deutlich besser nachweisen. Patienten können den Test ab einem Alter von 50 jährlich und ab 55 alle zwei Jahre kostenfrei bei ihrem Hausarzt, Internisten, Gynäkologen bzw. Urologen durchführen.

Das von Sysmex angebotene Proben-Röhrchen SENTiFIT pierceTube ermöglicht dem Patienten eine sichere und einfache Durchführung des Stuhltests. Das Labor wiederum profitiert von einer schnellen und hygienischen Abarbeitung der Proben dank dem auf das Röhrchen abgestimmten Analyser Sentifit 270. Informieren Sie sich über den iFOBT-Test unter www.darmkrebs-screening.eu.

Ernährungssicherung:
Bessere Zwerghirse mit Flowzytometrie

XTRA-ARTIKEL AUSGABE 2/2017

Als Kind von Bauern ist Prof. Zerihun Tadele in Äthiopien mit Ressourcenmangel groß geworden. Das hat den heute an der Universität Bern forschenden Wissenschaftler motiviert, sich den Problemen seiner Landsleute anzunehmen, indem er die Widerstandsfähigkeit und den Ertrag von Pflanzen wie etwa Teff, eine äthiopische Zwerghirse, verbessert. Bei seiner Forschung hilft ihm Flowzytometrie am Sysmex Partec CyFlow® Ploidie Analyser.

Prof. Zerihun Tadele, Forscher Universität Bern, Institute of Plant Sciences Development
(Foto: Manu Friedrich)

Sie erforschen vernachlässigte Pflanzenarten. Was erhoffen Sie sich in ihnen zu finden?

Wir nennen die Pflanzensorten „vernachlässigt”, weil die internationale Forschungsgemeinschaft ihnen nicht die Chance gibt, genauer untersucht zu werden. Diese vernachlässigten Kulturpflanzen spielen eine vitale Rolle für die Wirtschaft in Entwicklungsländern, insbesondere in der Ernährung von Bauern mit geringen Ressourcen. Unsere Forschung konzentriert sich auf die Produktivitätssteigerung dieser Getreidearten, indem wir die größten Problematiken in Angriff nehmen.

Und so sind Sie zur Äthiopischen Zwerghirse (dt. Teff, engl. Tef) und zum Tef Improvement Project gekommen?

Die Äthiopische Zwerghirse ist flächenmäßig gesehen die am meisten kultivierte Getreideart in Äthiopien. Sie wird jedes Jahr auf über drei Millionen Hektar Land angebaut, was etwa 30 Prozent der Gesamtfläche für Getreideanbau entspricht. Teff stellt das Hauptnahrungsmittel für über 60 Millionen Menschen in dem Land dar. Durch meine Arbeit als Agrarwissenschaftler für Teff beim Äthiopischen Institut für Landwirtschaftliche Forschung habe ich diese Getreidesorte näher untersucht. Schon lange bevor ich also in Bern das Tef Improvement Project begann, hatte ich eine enge Beziehung zu dem Getreide.

Warum wurde die Zwerghirse so lange von der Forschung ignoriert?

Außerhalb Äthiopiens hat Teff bislang kaum Bedeutung. Erst in letzter Zeit erhält das Getreide weltweit immer mehr Aufmerksamkeit, da es durch seine gesundheitlichen Vorteile als Lifestyle-Getreide gilt. Zusätzlich zu seinem hohen Nährstoffgehalt ist Teff frei von Gluten und hat einen niedrigen glykämischen Index. Trotz all dieser Vorteile hat sich die Einstellung der internationalen Wissenschaft in Bezug auf die Erforschung dieses wertvollen Getreides aber nicht verändert.

Was war das Hauptproblem beim Anbau von Teff?

Das größte Problem besteht in der Anfälligkeit der Teff-Pflanze, bei Regen oder Wind bis zum Boden einzuknicken, wir Forscher nennen diesen Effekt lodging. Dieses Einknicken hat signifikante Auswirkungen sowohl auf die Ertragsmenge als auch auf die Qualität der Teff-Körner. Ein Ergebnis unserer gemeinsamen Bemühungen war die Entwicklung der ersten einknickresistenten Teff-Getreidesorte, die Anfang 2017 für den Kauf durch die Bauern zugelassen worden ist. Auch unsere dürreresistenten Getreidesorten sind in Vorbereitung. Ebenfalls haben wir große Fortschritte in der Genom-Sequenzierung von Teff gemacht.

Wie haben Sie die Pflanze modifiziert, um sie vor dem Einknicken zu schützen?

Kürzere Pflanzen sind unempfindlicher gegen das Einknicken. Unser übergreifendes Ziel war also die Erlangung von Halbzwerg-Pflanzen, die ertragsstark sind. Da jedoch das Teff-Stroh auch ein wertvolles Viehfutter darstellt, haben wir die Höhe der Teff-Pflanze nur moderat reduziert, sodass noch genügend Stroh gewonnen werden kann.

Wird die von Ihnen weiterentwickelte Pflanze bereits im großen Stil geerntet?

Die von uns verbesserte Teff-Getreidesorte, die erst kürzlich auf den Markt gekommen ist, wurde schon von Bauern auf Feldern gesät. Unmittelbar nachdem sie von der äthiopischen Regierung zugelassen worden war, lieferten wir das Saatgut an 60 Kleinbauern im zentralen Hochland. Die Bauern haben bereits versprochen, dass sie die Samen der verbesserten Getreidesorte an benachbarte Bauern weiterverkaufen werden, damit die Verbreitung der Samen in kurzer Zeit eine hohe Anzahl von Bauern erreichen kann.

Wie genau hilft Ihnen die Flowzytometrie bei Ihrer Forschung?

Wir wenden die Flowzytometrie sowohl für die Erforschung der Genomgröße als auch des Ploidie-Grades von verwandten Arten aus zwei Gründen. Wir wollen erstens die komplexe Evolutionsgeschichte von Teff entschlüsseln und die nächsten diploiden Vorläufer von Teff identifizieren. Zweitens wollen wir nützliche agronomische Merkmale von Wildarten auf Teff übertragen. Aktuell ermöglicht uns die Arbeit mit dem CyFlow® Ploidie Analyser, Genotypen, die von diploid zu oktaploid reichen, und Genotypen mit einer Genomgröße von 700 bis 1500 Mb zu determinieren. Nach der Ploidie-Studie folgt eine Gesamtgenom-Sequenzierung der diploiden Arten, um die wahren Vorfahren des tetraploiden Teff-Getreides zu entdecken.

Welche Schritte müssten Sie unternehmen, wenn Sie keine Flowzytometer benutzen könnten?

Wenn wir die Flowzytometrie nicht nutzen könnten, müssten wir die Zytogenetik-Methode des Chromosomen-Zählens anwenden. Verglichen mit der Flowzytometrie ist das Zählen von Chromosomen jedoch weniger effizient, da es nicht nur zeitintensiv ist, sondern auch speziell geschultes Personal braucht.

Wie haben Sie Ihre Leidenschaft für die Pflanzenforschung entdeckt?

Ich bin auf einer kleinen Farm in Äthiopien aufgewachsen, südlich von Addis Abeba. Unsere Farm lag auf der Hochebene, etwa auf einer Höhe von 2500 Metern. Dort bauten wir Getreide wie Hirse und Gerste oder Hülsenfrüchte wie Kichererbsen und Erbsen an. Obwohl wir verschiedene Getreidearten anbauten, war der Gesamtertrag extrem niedrig. Wir konnten nur unseren eigenen Bedarf decken. Die größten Einschränkungen für unsere bereits mageren Ernten waren Unkraut, Insekten, Krankheiten und der Mangel gutem Düngemittel. Da in dem Land zum damaligen Zeitpunkt verbesserte Getreide noch völlig unbekannt waren, bauten alle Bauern nur die lokalen Sorten an ¬– jedoch mit schlechten Erträgen. All diese Probleme motivierten mich dazu, an der Universität Pflanzenwissenschaft zu studieren, mit der Hoffnung, ich könnte zur Lösung einiger dieser Engpässe beitragen.

Xtra Online – Flowzytometrie

Geräteportfolio

Unser Antikörper-Webshop für die Flowzytometrie

Flowzytometrie Wissenszentrum

Haben Sie Fragen?

Zum Webshop
Mehr erfahren
Unser Media Center
Alle
  • Alle
  • Dokumente
  • Podcast
  • Bilder
  • Videos
Love Life and Donate