DARMKREBSFRÜHERKENNUNG

Darmkrebs gehört zu den am häufigsten diagnostizierten Krebserkrankungen in Deutschland. Dabei ist er bei frühzeitiger Erkennung durchaus vermeidbar. Mittels immunchemischer Tests (iFOB-Test) auf Hämoglobin im Stuhl werden geringe Mengen menschlichen Blutes im Stuhl nachgewiesen.

Gemäß der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie haben Versicherte seit dem 1. April 2017 Anspruch auf iFOB-Tests anstelle des bisherigen Guajak-Tests, da diese Blutspuren im Stuhl deutlich besser nachweisen. Patienten können den Test ab einem Alter von 50 jährlich und ab 55 alle zwei Jahre kostenfrei bei ihrem Hausarzt, Internisten, Gynäkologen bzw. Urologen durchführen.

Das von Sysmex angebotene Proben-Röhrchen SENTiFIT pierceTube ermöglicht dem Patienten eine sichere und einfache Durchführung des Stuhltests. Das Labor wiederum profitiert von einer schnellen und hygienischen Abarbeitung der Proben dank dem auf das Röhrchen abgestimmten Analyser Sentifit 270. Informieren Sie sich über den iFOBT-Test unter www.darmkrebs-screening.eu.

Regeln für mehr Sicherheit

XTRA-ARTIKEL AUSGABE 2/2017

Die neue CBC-O-Anwendung der Extended IPU dient der Analyse auffälliger MCHC-Werte. Abnormalitäten werden sicher erkannt und falsch-positive Ergebnisse vermieden. Erste Erfahrungen aus der Praxis.

Der Pharmazeutiker und medizinische Biologe
Dr. Patrick Cohen leitet das Hämatologie-Labor
des Krankenhauses der Universität Genf

(Foto: Sysmex)

Kleines Kürzel, große Wirkung: Hinter CBC-O verbirgt sich ein Regelwerk zum Management erhöhter MCHC-Werte. Eine Erhöhung der Werte lässt sich zumeist auf (prä)analytische Störfaktoren zurückführen. Neben dem Phänomen der Kälteagglutination kann eine Hämoglobin-Interferenz, in seltenen Fällen eine  erythropoetische Erkrankung, eine Blutung, aber auch eine analytische Interferenz die Ursache sein. Mit dem Einsatz der RET-Kanal- Technologie erkennt der CBC-OAlgorithmus den Ursprung eines auff älligen Ergebnisses. Das Hämatologie-Labor am Krankenhaus der Universität Genf nutzt die neue optionale Anwendung der Extended IPU. Laborleiter Dr. Patrick Cohen über Sicherheit in der Diagnose.

Wie beeinflusst die CBC-O-Anwendung Ihren Laborprozess?

DR. PATRICK COHEN: Es gab eine hohe Ungleichheit im Labor bei Proben mit erhöhtem MCHC. Viele Mitarbeiter nahmen an, dass dahinter nur Kälteagglutinate stehen. Doch auch andere Interferenzen und pathologische Ursachen können diese Werte verursachen. In unserem Labor gab es keine standardisierte Bearbeitung dieser Proben. Das CBC-O-Konzept ermöglicht uns, die Vorgehensweise vollständig anzugleichen.

Das heißt, Sie haben jetzt vor allem eine Standardisierung geschaffen?

Wir können nun der Ursache auf den Grund gehen und der Arzt bekommt das richtige Ergebnis. Die Regeln geben ein auf die Werte abgestimmtes Vorgehen vor. Bei betroff enen Proben öff net die Software ein Fenster und führt anhand von Fragen durch den Entscheidungsbaum. So arbeiten alle Mitarbeiter gleich, haben dieselben Informationen vorliegen und können standardisiert vorgehen.

Neben der größeren Sicherheit für die Diagnose: Erleichtert das CBC-O-Konzept den Arbeitsalltag?

CBC-O hilft uns, korrekte Ergebnisse schneller zu liefern und Fehler zu reduzieren – eine große Sicherheit für uns. Vorher haben wir bei Proben mit erhöhtem MCHC-Wert das Blutröhrchen immer erst 30 Minuten erwärmt. Konnte die Problematik nicht gelöst werden, wurde die Probe gelegentlich noch einmal 30 Minuten lang erwärmt. CBC-O hilft uns dabei, korrekte Ergebnisse wesentlich schneller zu liefern und Fehler erheblich zu reduzieren. Wir gehen nach der „Schritt für Schritt“-Anleitung des CBC-O-Konzepts vor und beantworten die gestellten Fragen. Dadurch ist der gesamte Prozess standardisiert, wo es vorher keine Standardisierung gab.

Neben den CBC-O-Regeln nutzt Ihr Labor die biomedizinischen Validierungskriterien, die auf Basis der GFHC-Empfehlungen ebenso in der Extended IPU hinterlegt sind. Welche Vorteile sehen Sie hier?

Sie sind in vielerlei Hinsicht von Vorteil: Die Regeln ermöglichen allen Labormitarbeitern auf die gleiche Art zu arbeiten – alle befolgen dieselben Regeln und machen die gleiche Arbeit. Entscheidungen werden nicht nach „Lust und Laune“ auf Laborebene getroffen, sondern basieren auf offiziellen Empfehlungen. Die Ausstrichrate unseres Labors war zum Teil durch selbst erstellte und zum Teil dadurch widersprüchliche Regeln extrem hoch. Dank der neuen Regeln konnten wir die Ausstrichrate in unserem Haus reduzieren. Dadurch können wir das Personal deutlich entlasten und einer Übermüdung der Mitarbeiter vorbeugen. Das reduziert das Risiko, etwas zu übersehen. Zum Beispiel haben die Mitarbeiter nun mehr Zeit für die Weiterbildung.

Haben die Regeln auch einen klinischen Nutzen?

Für mich bedeutet klinischer Nutzen, keine Pathologien zu übersehen, während die Anzahl der falsch-positiven Ausstriche reduziert wird. Wenn man Zeit hat, einen Blick nach links und rechts zu werfen, und alle drei Zelllinien im Ausstrich gleichermaßen beurteilen kann, steigt die Qualität der Beurteilung. Zum Beispiel wurde auf Basis einer Regel einmal der Ausstrich eines Patienten mit einer Thrombozytopenie auf Thrombozytenaggregate geprüft. Dabei konnte eine Malaria entdeckt  werden.

Vielen Dank für das Interview!

Algorithmus mit Spürsinn

 

Eine neue Anwendung in der Extended IPU hilft, die Ursachen einer MCHC-Erhöhung zuverlässiger zuerkennen sowie störungsfreie Ergebnisse durch das Zuschalten einer weiteren Technologie (RET) zu erzielen.

Der RET-Kanal nutzt die Fluoreszenz-Technologie, erwärmt auf eine bestimmte Temperatur und misst das intrazelluläre Hämoglobin (HGB-O). Die Ergebnisse sind bei vielen Störfaktoren weniger beeinflusst. CBC-O steuert die RET-Analyse, die klärt, welche Situation zu einem erhöhten MCHC-Wert führte, und schlägt die Verwendung bestimmter Parameter vor, die sich aus der RET-Analyse (RBC-O, HGB-O) oder der Impedanzmessung ergeben haben. Die Anwendung ermöglicht, bei Interferenzen das bestmögliche CBC-Ergebnis zu übertragen.

Der CBC-O-Algorithmus kann nur an XN-Analysesystemen mit der RET-Applikation angewendet werden. Das CBC-O-Konzept greift auf die Forschungsparameter RBC-O, HGB-O, FRC und R-MFV zu. Der CBC-O-Algorithmus basiert auf einer Studie von Berda-Haddad Y et al. (2016); onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ijlh.12565/pdf

Text: Isabell Spilker

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Produktinformation zur Leistungsbeschreibung: Dienstleistungspakete Extended IPU

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