DARMKREBSFRÜHERKENNUNG

Darmkrebs gehört zu den am häufigsten diagnostizierten Krebserkrankungen in Deutschland. Dabei ist er bei frühzeitiger Erkennung durchaus vermeidbar. Mittels immunchemischer Tests (iFOB-Test) auf Hämoglobin im Stuhl werden geringe Mengen menschlichen Blutes im Stuhl nachgewiesen.

Gemäß der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie haben Versicherte seit dem 1. April 2017 Anspruch auf iFOB-Tests anstelle des bisherigen Guajak-Tests, da diese Blutspuren im Stuhl deutlich besser nachweisen. Patienten können den Test ab einem Alter von 50 jährlich und ab 55 alle zwei Jahre kostenfrei bei ihrem Hausarzt, Internisten, Gynäkologen bzw. Urologen durchführen.

Das von Sysmex angebotene Proben-Röhrchen SENTiFIT pierceTube ermöglicht dem Patienten eine sichere und einfache Durchführung des Stuhltests. Das Labor wiederum profitiert von einer schnellen und hygienischen Abarbeitung der Proben dank dem auf das Röhrchen abgestimmten Analyser Sentifit 270. Informieren Sie sich über den iFOBT-Test unter www.darmkrebs-screening.eu.

Gefährliche Souvenirs

XTRA-ARTIKEL AUSGABE 1/2016

Seit 1916 kümmern sich Spezialisten der Tropenklinik Tübingen um erkrankte Rückkehrer aus fernen Gefilden. Heute behandeln sie vermehrt Flüchtende, die sich auf ihrem langen Weg nach Deutschland mit Malaria und Co. infiziert haben

Bieten Fortbildungen und Sprechstunden für seltene und exotische Erkrankungen an: Karin Ludwig und Dr. med. Johannes Schäfer von der Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus in Tübingen

 

 

Hunderttausende Flüchtende suchen in Deutschland Schutz vor Krieg und Verfolgung. Geschwächt von der monatelangen Reise, sind sie anfällig für Infektionen. Viele führt ihre Odyssee durch Gebiete mit einer erhöhten Malaria-Gefahr. Keine Frage, mit den steigenden Flüchtlingszahlen hat die Malaria-Diagnostik an deutschen Krankenhäusern und in Arztpraxen eine neue Relevanz bekommen. Beim medizinischen Personal herrscht oft große Unsicherheit bei der Diagnostik, da es in den letzten Jahren kaum mit solchen Infektionen konfrontiert war.

Karin Ludwig und Dr. med. Johannes Schäfer von der Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus in Tübingen teilen eine langjährige Erfahrung in der Malaria-Diagnostik und leiten Fortbildungen zu diesem Thema. Im Interview mit Xtra berichten sie aus ihrer Sprechstunde für Flüchtlinge und vermitteln Hintergrundwissen und Tipps für die Malaria-Diagnostik.

Welche Patienten behandeln Sie in Ihrem Institut?

Dr.  Med. Johannes Schäfer: Zum Beispiel Personen, die von einem Auslandsaufenthalt erkrankt zurückkehren. Viele dieser Patienten kommen direkt zu uns, einige werden auch vom Hausarzt überwiesen. Oder Menschen, die Impfungen oder reisemedizinische Beratung wünschen. Außerdem sind es Menschen, die beruflich im Ausland sind und vor und nach ihrer Reise zu Untersuchungen kommen, die arbeitsmedizinisch vorgeschrieben sind.

Um welche Themen geht es in der Sprechstunde, die Ihre Klinik im Flüchtlingslager anbietet?

Schäfer: Es geht vorrangig um medizinische Beratung und um die allgemeinmedizinische Erstversorgung. Häufig leiden die Flüchtlinge unter Atemwegserkrankungen, den schwierigen Lebensbedingungen geschuldet. Man muss dazu aber deutlich sagen, dass mit den Flüchtlingen keine Welle an Erkrankungen importiert wurde.

Mit welchen exotischen Erkrankungen werden Sie konfrontiert?

Schäfer: Neben Malaria sind chronisch verlaufende Erkrankungen zu beobachten, etwa Tuberkulose oder Bilharziose, eine Wurminfektion der Blase und des Darms. Die syrischen Flüchtlinge leiden häufig an kutaner Leishmaniose, eine parasitäre Hauterkrankung, mit der sie sich in ihrer Heimat oder während der Flucht infiziert haben. Dieses Geschwür ist umgangssprachlich auch als „Aleppobeule“ bekannt.

Ist die Anzahl der Malaria-Erkrankungen in Ihrem Institut gestiegen?

Schäfer: Nicht wirklich, aber die Form hat sich gewandelt. Früher haben wir zu 90 Prozent eine Malaria tropica diagnostiziert, heute eher die Malaria tertiana. Von ihr sind vor allem Menschen aus Eritrea und Pakistan betroffen, die sich auf ihrer langen Route nach Deutschland infizieren. Zur Malaria-Diagnostik werde ich immer häufiger von Hausärzten aus der Region angefragt. In Deutschland war das Thema bislang nicht von sehr großer Relevanz. Das medizinische Personal ist in der Diagnostik häufig nicht geübt, es herrscht zum Teil eine große Unsicherheit.

Was sind denn die typischen Symptome einer Malaria-Erkrankung?

Schäfer: Die Erkrankung wird durch einen Parasiten hervorgerufen, der die Erythrozyten befällt und sich dort vermehrt. Ab einer bestimmten Anzahl an Parasiten im Blut reagiert der Körper mit einer Abwehrreaktion. Die Symptome sind vergleichbar mit einer schweren Grippe. Die Krankheit verschlechtert sich schnell und kann zu Organversagen führen.

Wie funktioniert die Malaria-Diagnostik?

Karin Ludwig: Die Diagnostik läuft im Labor vorwiegend über den Blutausstrich und den „Dicken Tropfen“, der aus 10–15 μl Blut besteht und als etwa 1 cm großer Fleck auf einen Objektträger aufgetragen wird. Dadurch sind die Erreger etwa 10- bis 20-fach angereichert und sind auch im Frühstadium der Erkrankung gut sichtbar. Nach dem Trocknen wird der Dicke Tropfen ohne Fixierung mit einer Färbelösung behandelt, wir verwenden hierfür die Giemsafärbung. Die Parasitenstrukturen bleiben erhalten und sind unter dem Mikroskop sichtbar. Ein gewöhnlicher Ausstrich müsste dazu eine Stunde lang mikroskopiert werden. Um die genaue Spezies zu definieren, eignet sich hingegen der normale Blutausstrich besser, da typische Charakteristika wie z. B. die Schüffnersche Tüpfelung bei Malaria tertiana im Dicken Tropfen kaum zu erkennen sind.

Was vermitteln Sie in Ihren Fortbildungskursen?

Ludwig: Die Kurse vermitteln theoretische und praktische Kenntnisse zur Malaria und richten sich an MTAs, Arzthelfer, Ärzte und Biologen. Es werden die Anfertigung von Ausstrichen und Dicken Tropfen sowie die Färbung geübt. Am Mikroskop kann dann die Malaria-Diagnostik an echten Ausstrichen erlernt werden.

Mit dem Flüchtlingsstrom der letzten Jahre steigt die Zahl der Malaria- und TBC-Infektionen

Die Malaria tropica, ausgelöst durch den Erreger Plasmodium falciparum, ist vom Anstieg der Malaria-Fälle in Deutschland kaum betroffen. Stattdessen nimmt z. B. die Malaria tertiana zu.

 

Text Susanne Schmidt

Fotoquelle: Martin Wagenhan, Sysmex

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