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Neustart fürs Immunsystem

XTRA-ARTIKEL AUSGABE 2/2017

Das neue XN-20 Modul mit integriertem WPC-Kanal und XN Stem Cells-Anwendung hilft, den optimalen Zeitpunkt für die Stammzellapherese zu finden - Sysmex im Gespräch mit Prof. Dimitrios Tsakiris vom Universitätsspital Basel.

Prof. Dimitrios Tsakiris leitet die Abteilungen Hämostase und Diagnostische Hämatologie am Universitätsspital Basel (Foto: Ben Koechelin)

Die Stammzelltransplantation ist eine der wichtigsten Therapien für die Behandlung von malignen hämatologischen Krankheiten. Stammzellen befinden sich normalerweise in den Nischen des Knochenmarks. Der Spender erhält im Vorfeld einer Stammzellapherese ein spezielles Medikament, das zur Vermehrung von Stammzellen und deren Übertritt ins Blut führt. Dort können sie bei ausreichender Zahl geerntet werden. Das Universitätsspital Basel ist eines der größten Zentren der Schweiz für Stammzelltransplantation mit bis zu 160 derartigen Behandlungen im Jahr. Zur Bestimmung der hämatopoetischen Stammzellen nutzt das Basler Unispital neben der klassischen durchflusszytometrischen Bestimmung auch das neue Sysmex XN-20 Modul mit integriertem WPC-Kanal und XN Stem Cells-Anwendung. Im Gespräch mit Prof. Dimitrios Tsakiris, Leiter der Abteilung Diagnostische Hämatologie.

Welche Bedeutung hat die Stammzelltransplantation für Patienten mit malignen hämatologischen Krankheiten?

PROF. DIMITRIOS TSAKIRIS: Die Stammzelltransplantation ist eine der wichtigsten Therapien für die Behandlung. Das Konzept ist Folgendes: Man will einen malignen Tumor mit starker Chemotherapie beseitigen. Eine solche Chemotherapie würde ein Patient aber nicht überleben, weil dadurch seine eigenen Stammzellen zerstört werden. Deshalb geben wir ihm gesunde Stammzellen zurück, die wir im Vorfeld von anderen Personen – Verwandten oder nicht Verwandten – geerntet haben. Diese neu verabreichten Stammzellen nisten sich im Knochenmark des Patienten ein und produzieren neues Blut.

Worin liegen die Herausforderungen bei der Stammzellbestimmung?

Der Prozess hat gewisse Tücken, weil wir nicht bei jedem Spender die entsprechenden Medikamente spontan verabreichen können, um danach an einem im Voraus definierten Tag die Sammlung und Ernte der Stammzellen vornehmen zu können. Jeder Mensch reagiert auf die Stimulation anders. Manche mobilisieren die Stammzellen sehr schnell, andere brauchen dazu erheblich länger. Wir sind gezwungen, nach Beginn dieser Mobilisierungstherapie die Stammzellen jeden Tag zu messen und zu quantifizieren. Haben diese die geforderte Anzahl erreicht, ist der Punkt gekommen, an dem wir ernten können. Das bedeutet, dass die Mobilisierung bei den Spendern mit einer geeigneten Monitoring-Methode überwacht und gemanagt werden muss. Die Bestimmung und Messung der Stammzellen ist ein aufwendiger Prozess und dauert bis zu 90 Minuten. Man benötigt Teams für den Spender, den Patienten und die Messung. Diese müssen perfekt abgestimmt sein. Deswegen waren wir an Möglichkeiten interessiert, Stammzellen standardisiert und zuverlässig, im Vergleich zur klassischen Methode aber schneller bestimmen zu können: Diese Option kann uns das XN-20 Modul mit der Stammzellanwendung bieten.

Keine Knochenmarkspunktion mehr nötig: Heute können Stammzellen aus dem Blut gewonnen werden. (Foto: DKMS)

Das neue XN-20 Modul mit integriertem WPC-Kanal und XN Stem Cells Anwendung (Foto: Sysmex)

 

Was war Ihnen bei der Entscheidung für die XN Stem Cells-Anwendung besonders wichtig?

Wir wollten in sehr kurzer Zeit die Stammzellen messen können. Das Sysmex Modul entspricht dieser Anforderung.Gleichzeitig profitieren wir von den anderen Funktionen der XN-Serie.

Welche Schwierigkeiten gab es im bisherigen Prozess mit der CD34-Analyse?

Wenn ein Spender bei uns eintrifft, ist zunächst unklar, ob er schon spenden darf oder nicht. Deswegen wird zunächst eine Blutentnahme gemacht, im Labor so schnell wie möglich eine durchflusszytometrische Messung durchgeführt, um im positiven Fall sofort mit der Sammlung der Zellen zu beginnen. Mit der CD34-Analyse dauert diese Phase der Ungewissheit etwa zwei Stunden. Verfügt man nun über eine Methode, mit der die Information, ob jemand spenden darf oder nicht, spätestens nach ein paar Minuten vorliegt, sparen alle Beteiligten Zeit und die Prozesse funktionieren zeitnah und lückenlos.

 

„Wir schätzen, dass wir ungefähr zwei Drittel der CD34-Messungen durch die XN Stem Cells-Anwendung ersetzen können“

 

Verlassen Sie sich als Arzt bei der Bestimmung des Apherese zeitpunkts primär auf die Technik?

Dank der Technik sind wir in der Lage, die Zellen mit hoher Genauigkeit zu quantifizieren. Für diesen Prozess sind bestimmte international standardisierte Verfahren vorgeschrieben. Es existiert keine freie Methodenwahl für die Stammzellmessung. Diese Einschränkung bei der Auswahl der Methode ist insofern wichtig, weil nur dadurch eine Art Harmonisierung bezüglich der Richtigkeit der Messung in unterschiedlichen Laboratorien erreicht werden kann. Wir schätzen, dass wir ungefähr zwei Drittel der aufwendigen und teuren Messungen von Stammzellen durch die produktivere Methode mit der XN Stem Cells- Anwendung ersetzen können, wenn unsere laufende Evaluation die Kriterien erfüllt. Kostentreiber bisher waren vor allem die nötigen Personalressourcen.

Wir haben über die klinischen Vorteile und Produktivitätssteigerung gesprochen, aber worin liegt der Nutzen für den Patienten?

Eindeutig in der Bequemlichkeit – der Spender kommt zu uns, lässt sich zwei Milliliter Blut abnehmen und hat 15 Minuten später Gewissheit, ob er spenden darf oder wieder nach Hause gehen kann. Bisher musste er darauf zwei Stunden warten.

Vielen Dank für das Gespräch!

Interview: Stephan Wilk

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