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Früher erkennen, wenn die Therapie versagt

XTRA-ARTIKEL AUSGABE 2/2016

Interview mit Prof. Michael Neumaier, Direktor des Instituts für Klinische Chemie der Universitätsmedizin Mannheim, über das neu im Darmkrebszentrum etablierte OncoBEAM®-Verfahren

Dr. Barbara Behrens, Director Market Development OncoBEAMing DACH, im Gesprach mit Prof. Michael Neumaier

Drei Jahre lang konnten die Mannheimer Ärzte Erfahrungen mit dem BEAMing-Verfahren im Bereich des Melanoms sammeln, bevor sie in ihrem Darmkrebszentrum Liquid Biopsy für die Routineanwendung der RAS-Diagnostik bei Darmkrebs etablierten. Prof. Michael Neumaier über Hoffnungen, die er mit der neuen plasmabasierten RAS-Diagnostik verbindet.

Welches Potenzial sehen Sie in der Liquid Biopsie, die Sie treffenderweise Liquid Profiling nennen, für das klinische Labor?
Die Labormedizin trägt bisher in erster Linie mit Markern zur onkologischen Diagnose bei, die in keinem unmittelbaren funktionellen Zusammenhang mit der Tumorbiologie stehen. Deshalb haben diese Marker auch nur einen ganz geringen positiven prädiktiven Wert. Dies wird auch durch das Fehlschlagen aller großen Screeningstudien bezüglich dieser Marker bestätigt. Mit den neuen molekularen Biomarkern hingegen können mittels Profiling auf molekularer Ebene funktionell relevante Veränderungen untersucht werden. Grundsätzlich ist es so, dass man dadurch therapierelevante Mutationen untersuchen kann. Der Nachweis ist spezifisch für den Tumor, denn die Mutation kommt nur im Tumor vor, aber nicht im normalen Gewebe. Wir können also die biologischen Achillesfersen von Tumoren finden.

Während eines Symposiums zur Liquid Biopsy tauschten sich deutsche Arzte und Labormediziner miteinander über die Chancen der neuen Ansätze zur Mutationsanalyse aus dem Blut bei Krebspatienten aus

Warum setzen Sie das BEAMing-Verfahren ein?
Es handelt sich um ein sensitives, effektives und zugelassenes Verfahren. Wir sind mit dieser Technik gut vertraut und haben sie bereits seit über drei Jahren für etwa 2.000 Untersuchungen zum Melanom eingesetzt. Deshalb war dies ein logischer Schritt – wir begrüßen sehr, dass der neue Test verfügbar ist.

Welche Chancen bietet der Test?
Die Sensitivität des Tests ist sehr gut und die große Hoffnung liegt darin, dass wir das Versagen von Therapiemaßnahmen künftig früher entdecken.

Für wen wollen Sie den Test anbieten?
Wir sind bisher das einzige Labor im Süden Deutschlands, das den neuen Test einsetzen kann. Deshalb bieten wir es allen Kollegen an und haben entsprechend Personal geschult. Unsere eigenen Patienten sind natürlich von zentraler Bedeutung. Der Test ist anspruchsvoll und benötigt etwas Zeit.

Wer trägt die Kosten?
Derzeit ist der Testeinsatz ein Projekt der Geschäftsleitung der Universitätsmedizin Mannheim. Wir verstehen das als ein Vorhaben, das die innovative Diagnostik im Rahmen der akademischen Beziehungen voranbringen soll. Es geht nicht nur um die Tests an sich, sondern auch um eine bessere Betreuung und das Gesamtmanagement der Patienten. Wir können wissenschaftlich lernen, was die Vorteile des Tests sind, aber auch, welche gesundheitsökonomischen Risiken damit verbunden sind. Wir sprechen zudem mit den Kostenträgern, ob sie sich an einem solchen Projekt beteiligen wollen. Zu diesen Gesprächen habe ich auch meine beiden Kollegen eingeladen, die den Test auch heute schon in der Routine anbieten.

Fotoquelle: Martin Wagenhan

Xtra Online – Onkologie

Liquid Biopsy mit OncoBEAM

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