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Labor an Bord

XTRA-ARTIKEL AUSGABE 2/2016

Zwischen Karibik und Madeira liegen fünf Tage offene See. Da muss für medizinische Notfälle an Bord eines Kreuzfahrtschiffs vorgesorgt sein. POC-Geräte helfen, mit schnellen und präzisen Diagnosen den erkrankten Patienten die Hilfe zu geben, die sie brauchen

Krankenpfleger Ingo Butt und Kollegin Melanie Mesch kümmern sich um die Gesundheit der Gäste an Bord

Im Sommer 2016 fuhr „Mein Schiff 5“ entlang Skandinaviens, im Winter cruist es nun zwischen Karibik und Mittelmeer

Die malerischen Fjorde Norwegens, die kleinen Fischerdörfer Siziliens, der Glanz der Hochhäuser Dubais – wer seinen Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff verbringt, hofft auf Momente, die unvergesslich sind. Krankheiten gehören nicht dazu. Ingo Butt und seine Frau sind seit drei Jahren mit der TUI-Flotte unterwegs, allerdings nicht als Passagiere. Die gelernten Krankenpfleger kümmern sich um die kleinen und großen gesundheitlichen Probleme, die den rund 2.500 Passagieren und 1.000 Crewmitgliedern auf dem TUI-Kreuzer „Mein Schiff 5“ die tollen Eindrücke vermiesen könnten. Seit die Kinder des Paares aus dem Haus sind, sehnte es sich nach neuen Herausforderungen. Nach der Auslandshilfe in Afrika fanden die beiden in der Arbeit auf See die richtige Aufgabe. „Viel Erfahrung zu haben ist wichtig, um auf der Krankenstation eines Kreuzfahrtschiffs arbeiten zu können“, erklärt Ingo Butt. Meist gelingt es dem Ehepaar, gemeinsam auf den Weltmeeren unterwegs sein zu können. „Das TUI-Organisationsteam in Hamburg achtet gut darauf“, lobt Butt.

Allrounder: Zwei Ärzte arbeiten in Wechselschicht und können an Bord von Schnupfen über Knochenbrüche bis zum Herzinfarkt alles behandeln, bis Hilfe vom Land naht

Seit Sommer 2016 arbeiten sie nun auf dem neuesten Dampfer der TUI-Flotte, das während der Wintermonate zwischen dem Mittelmeer und der Karibik cruist. Mit einer Länge von 295 Metern, einer Breite von 36 Metern und 15 Stockwerken bietet „Mein Schiff 5“ seinen Passagieren Restaurants, Ausstellungen und Theater, Diskotheken, Swimmingpools und Fitnessräume. Standardmäßig sind moderne Kreuzfahrtschiffe mit Krankenstationen ausgestattet, bereits ab 100 Passagieren und Fahrten länger als drei Tage sieht das Seearbeitsübereinkommen verpflichtend einen Arzt an Bord vor. „Mein Schiff 5“ hält neben einer Ambulanz mit Warte- und Behandlungszimmer mehrere Patientenzimmer, eine Apotheke, einen Röntgen- und Ultraschallraum sowie eine Intensivstation und ein Labor bereit. Im Team mit zwei Krankenpflegerinnen und zwei Ärzten kümmert sich Ingo Butt im Schichtdienst um Schnupfen und Durchfallerkrankungen, aber auch um Knochenbrüche, Schnittwunden oder Herzinfarkte. Was nicht von der Station aufgefangen werden kann, muss an Land behandelt werden.

 

„Ohne POC-Gerät müssten wir sehr viel mehr auf Verdacht therapieren und uns mehr auf die klinische Diagnostik verlassen“

Ingo Butt, Krankenpfleger auf „Mein Schiff 5“

 

Dazu wird der Patient entweder in den nächstgelegenen Hafen transportiert – zur Not fährt das Schiff, wenn es gerade für mehrere Tage auf offener See schippert, dafür auch schneller – oder ein Hubschrauber holt den Notfallpatienten ab, sofern das Schiff erreichbar ist. „Das aber kommt äußerst selten vor“, beruhigt Ingo Butt. Zur besseren und einfacheren Diagnostik ist die Station darüber hinaus mit POC-Geräten von Sysmex ausgestattet. Wir haben bei Ingo Butt nachgefragt, wie ihm das POC-Labor den Alltag erleichtert:

Wie viele Patienten behandeln Sie im Durchschnitt täglich?

Das variiert, aber im Durchschnitt sind es etwa 30–40 Personen täglich. Wir sind in unserer Praxis für alle da, sowohl für Crewmitglieder als auch für Gäste.

Leiden viele Besucher während der Fahrt an Seekrankheit?

Die neuen Schiffe sind sehr groß und stabil, daher kommen Seekrankheiten sehr selten vor.

Mit welchen Beschwerden kommen die Patienten denn stattdessen zu Ihnen?

Vor allem behandeln wir saisonbedingte Erkrankungen, zum Beispiel eine Grippewelle, die von Besuchern an Bord gebracht werden und sich rasch verbreiten, da der Ballungsraum an Bord eines Schiffs natürlich viel größer ist. Ansonsten sind es häufig alltägliche Dinge wie kleinere Verletzungen oder leichtere Erkrankungen.

Wie würde die Behandlung der Patienten ablaufen, wenn Sie kein POC-Labor an Bord hätten?

Da müssten wir sehr viel mehr auf Verdacht therapieren und uns mehr auf die klinische Diagnostik verlassen. Oder wir müssten in jedem Hafen die Besucher her an Land verarzten lassen, was nicht praktikabel ist, da wir teilweise mehrere Tage lang konstant auf dem Meer sind. Daher müssen wir an Bord eines Schiffs alles leisten und sind sehr froh, dass wir das POC-Labor haben.

Wie verlief die Einweisung und wie kommen die Krankenpfleger und -pflegerinnen mit der Bedienung der Geräte zurecht?

Die Einweisung verlief sehr gut. Die Geräte sind leicht zu bedienen und es ist ein sehr sauberes Arbeiten. Daher gibt es hier keine Beschwerden. Und wenn das Gerät anderer Meinung ist als wir, hat das Gerät meistens recht.

Welche Erwartungen hatten Sie im Vorfeld an den pocH-100i und den Piccolo Xpress®, und haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich hatte gar keine Erwartungen, da ich die Systeme im Vorfeld nicht kannte. Sie wurden von der zuständigen Abteilung an Land bestellt. Für uns ist es ein sehr schönes, schnelles und sauberes Arbeiten, das gefällt uns sehr.

An Bord: ein pocH-100i und ein Piccolo Xpress®. Sie garantieren Benutzerfreundlichkeit
und kompakte Größe bei größtmöglicher Genauigkeit. In kürzester Zeit können ein kleines
Blutbild und relevante klinisch-chemische Parameter präzise ohne Labor bestimmt werden.
Der Piccolo Xpress® ist ein registriertes Produkt der Firma Abaxis, Inc. (www.abaxis.com)

Text Susanne Schmidt und Isabell Spilker

Fotoquelle: Achim Multhaupt

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