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POCT im Einsatz

XTRA-ARTIKEL AUSGABE 1/2017

Patientennahe Sofortdiagnostik bietet in Krankenhäusern große Vorteile. Anwender aus Notfallambulanzen, Rehabilitationskliniken oder Akutkrankenhäusern berichten von ihren Erfahrungen.

 

Schnelle Hilfe in der Reha

Anke Bosmanic, Laborleitung des Rehaklinik-Labors in der MediClin-Bliestal-Klinik im Saarpfalz-Kreis, Saarland

„Wir haben seit vielen Jahren POCT-Geräte, unter anderem den Fuji DRI-CHEM ANALYZER FDC NX 500 und den Piccolo Xpress. Angeschafft wurden sie, um uns die Arbeit zu erleichtern. Und es hat sich gezeigt: Das Handling ist einfach, wir haben die Ergebnisse aller relevanten Parameter schnell beieinander. Wir benutzen verschiedene Geräte, zum Beispiel in der Hämatologie, zur Blutgasanalyse, für kardiale Marker und für die klinische Chemie. Ein Gerät muss für uns möglichst einfach und wartungsarm sein, schnell zu säubern und sofort einsetzbar. Momente, in denen sich POCT bewährt hat, gibt es bei uns ständig. Es reisen Menschen an, deren Zustand so schlecht ist, dass eine sofortige Diagnose notwendig ist, um intervenieren zu können. Der Ablauf ist wesentlich schneller geworden im Vergleich zur Analyse durch ein externes Routinelabor.“

Was in der Bliestal-Klinik heute der Fuji (links) und der Piccolo (rechts) erledigen, musste früher in ein externes Labor geschickt werden

 

Neue Laborkonzepte

Martina Meerschiff, leitende MLTA des Zentrallabors der Malteser-Krankenhäuser St. Anna in Duisburg-Huckingen, St. Johannis Stift in Duisburg-Homberg und des St. Josef Hospitals in Krefeld Uerdingen

„Im Dezember 2014 wurde in den drei Krankenhäusern der Malteser Rhein-Ruhr GmbH ein neues Laborkonzept umgesetzt. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es in jedem Haus ein eigenes Labor mit 24/7-Besetzung. Im neuen Konzept wurden aus den Laboren der beiden kleineren Häuser POCT-Einheiten, die räumlich in den Zentralambulanzen untergebracht wurden. Das Labor am Standort St. Anna wurde gerätemäßig und personell aufgestockt. Die Entscheidung wurde bewusst gefällt, um die Krankenhäuser wirtschaftlich und organisatorisch so optimal wie möglich aufzustellen. Abhängig von der medizinischen Fragestellung nutzen wir in den Fällen, in denen unmittelbar medizinische Konsequenzen zu erwarten sind, die entsprechenden Geräte. Besonders bewährt hat sich die Anschaffung des Fuji DRI-CHEM ANALYZER FDC NX 500. Er ist in der Lage viele klinisch-chemische Parameter auch ohne Zentrifugation zu messen. Über spezielle Filter wird das Plasma aus dem Vollblut separiert und kann zur Messung von beispielsweise CK oder Kreatinin eingesetzt werden. Durch die Verlagerung der Routinelabore in ein zentrales Labor haben sich fast alle Abläufe verändert. Die ursprünglich an MTAs gebundenen Aufgaben mussten von Ambulanz- und Intensivpersonal übernommen werden. Für diese Kollegen bedeutete das nicht nur mehr Arbeit, sondern auch die Übernahme fremder Tätigkeiten, für die intensive Schulungen nötig waren. Viele Organisationsprozesse mussten umgestellt und ein Fahrdienst etabliert werden. Die größte Aufgabe war aber sicherlich, den Kollegen in den Häusern, die nun ohne eigenes Präsenzlabor agieren mussten, die Sorge zu nehmen, die Patienten nicht adäquat versorgen zu können. Wir glauben, dass sich die POCT-Diagnostik weiter etablieren wird. Durch immer bessere Gerätekonzepte werden Qualität, Anwendung und Kosten in so günstige Verhältnisse gesetzt, dass die Akzeptanz immer größer wird. In unseren Häusern hat sich gezeigt, dass die Umstellung auf POCT-Einheiten nicht nur bei gleicher Qualität machbar, sondern aufgrund wirtschaftlicher Bedingungen und Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt ohne Alternative ist.“

Der POCT-Beauftragte Andreas Janssen organisiert die POCT-Einheiten der Malteser Krankenhäuser

 

Die Notaufnahme entlasten

Sönke Bax, Leitender Arzt der Zentralen Notaufnahme und des Notfalllabors in der Paracelsus-Klinik Henstedt-Ulzburg

„Wir nutzen insgesamt fünf POCT-Geräte, um das ganze Spektrum abzudecken. Alle POCT-Geräte übertragen ihre Werte sofort in das klinikeigene Laborinformationssystem, sodass wir über dieses System die Werte validieren und die regelmäßigen Qualitätschecks gewährleisten. Wir nutzen tagsüber grundsätzlich die Diagnostik in unserem Routinelabor im Haus. Als kleines Haus haben wir beschlossen, den Nachtbereitschaftsdienst der Labor-MTAs aufzugeben, weil zu wenige Analysen nachts notwendig waren. Das kompensiert nun das POCT-Labor – unser Notfalllabor für die Nacht. Wir haben lieber mehr Personal in der Notaufnahme, auch nachts. In der Notfallambulanz kommt POCT aber auch tagsüber zum Einsatz, wenn es ganz schnell gehen soll – beispielsweise bei potenziellen Blinddarm-Patienten, die wir bei negativem Befund schnell wieder wegschicken können. Jeder Patient, der nicht eine halbe Stunde wartet, ist ein Gewinn und auch ein kostendrückender Faktor. Lange Zeit war ein gutes Argument gegen die POCT-Diagnostik, dass das Notfallspektrum nicht komplett abgebildet werden konnte. Aber gerade mit dem Fuji ist das hinfällig
geworden: Es geht alles. Ich denke, dadurch wird POCT immer stärker werden. Es lohnt sich, ein bisschen mehr Geld für die etwas teurere POCT-Diagnostik auszugeben, weil das Drumherum, das ich einspare, einfach groß ist.“

POCT spart der Notaufnahme Wartezeit – und damit Kapazitäten und Geld

 

Schnelle Analysen auf den Stationen

Diana Severin, POCT-Koordinatorin, LADR Der Laborverbund Dr. Kramer & Kollegen, LADR  Laborzentrum Neuruppin

„Ich betreue als POCT-Koordinatorin sechs Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und teilweise auch Niedersachsen. Ich habe alle sechs Häuser bei der Umstellung auf POCT begleitet. Wir haben zum Teil zwar noch Routinelabors, erweitern aber den POCT-Bereich zunehmend auf die einzelnen Stationen der Akut-Krankenhäuser. Das wird einerseits notwendig, weil wir den deutschlandweiten Personalmangel deutlich spüren. Andererseits bietet POCT viele Vorteile: Für die Stationen ist es positiv, denn die können die benötigten Werte sofort gewinnen, weil die Geräte von Nicht-MTAs bedient werden können. In einem konventionellen Labor dauert alles viel länger, und so kann sofort reagiert werden. Wir nutzen auf den Stationen Geräte zur Messung des Blutzuckers und zur Blutgasanalyse – sowohl in der Notfalldiagnostik als auch zur generellen Sicherung der Versorgung. Es ist nicht immer einfach, neue Arbeitsabläufe zu etablieren. Für die Pfleger und Schwestern bedeutet es mehr Arbeit, aber die meisten freuen sich über die neuen, spannenden Möglichkeiten. Der Trend zum POCT lässt sich nicht aufhalten.“

Diana Severin begleitet die Umstellung der Stationen auf POCT

 

Interview: Annika Helm

Fotoquelle: Sysmex, Privat

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