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„Ein sehr dynamisches Fach“

XTRA-ARTIKEL AUSGABE 2/2020

 

In der Zytogenetik am Kinderspital Zürich analysiert er mit Argusaugen mögliche Anomalien bei Chromosomen: David Hediger. Der biomedizinische Analytiker spürt Genmutationen auf, um eine schnelle und zielgerichtete Therapie zu ermöglichen  

Text: Annika Holtmann

Bei ihm dreht sich alles um Chromosomen. Täglich untersucht David Hediger ihre Anzahl, Gestalt und Struktur am Universitätskinderspital in Zürich, dem größten Zentrum für Pädiatrie und Kinderchirurgie in der Schweiz, wo er seit über zehn Jahren Zellkulturen im onkologischen Labor befundet.

„Die Zytogenetik ist unglaublich dynamisch. Immer wieder gibt es neue Mutationen, aber auch neue Methoden, um diese noch besser zu analysieren“, erklärt der 34-Jährige. Nach seiner dreijährigen Ausbildung zum biomedizinischen Analytiker startete er in diesem Fachbereich und absolvierte später ein Fernstudium an der Universität Graz im Bereich der Genetik. „Zehn Prozent meiner jetzigen Arbeit besteht aus Routineaufgaben wie Zellkulturen anlegen und FISH-, Chromosomen- oder aCGH-Analysen durchführen. In den restlichen 90 Prozent befunde, analysiere und interpretiere ich und liefere die Ergebnisse unseren Ärzten.“

Bei der FISH-Analyse (Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung) werden mit einem Fluoreszenzfarbstoff Sonden an die chromosomale DNA des Patienten gebunden, um eventuell vorliegende Veränderungen sichtbar zu machen: „Hier kommen die Cytocell-Sonden von Sysmex zum Einsatz, die unkompliziert direkt auf das Material pipettiert werden“, so der Analytiker. Auch wenn diese Aufgabe manuell erfolgt, habe sich das Berufsbild insgesamt enorm gewandelt. „Mittlerweile ist unsere Arbeit viel automatisierter unsd standardisierter. Dadurch haben wir mehr Zeit für Analysen und Plausibilitätskontrollen, was die Tätigkeit anspruchsvoller macht.“

Was sollte ein biomedizinischer Analytiker mitbringen? „Sowohl analytisches und kritisches Denken, um Resultate zu hinterfragen, als auch eine hohe Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und eine gewisse Feinmotorik fürs Pipettieren“, so Hediger. Die Arbeit ist auch psychisch fordernd: „Teilweise habe ich sehr tragische Fälle, bei denen man hofft, dass der Patient überlebt. Aber Kinder heilen glücklicherweise mehrheitlich gut – vor allem bei der akuten B-lymphatischen Leukämie, wo etwa 80 Prozent unsere Klinik gesund verlassen – und ich freue mich, dass ich mit meiner Arbeit einen Teil dazu beitragen konnte“, so der BMA. Am besten abschalten nach Feierabend kann der dreifache Familienvater bei Motorradausfahrten auf Schweizer Bergpässen oder Bergwanderungen mit seiner Familie. 

Regelmäßig stellen wir Labormitarbeiter und ihre Lebenswege vor. Sie möchten dabei sein? Melden Sie sich über xtra@sysmex.de  

Fotoquelle: privat

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