DARMKREBSFRÜHERKENNUNG

Darmkrebs gehört zu den am häufigsten diagnostizierten Krebserkrankungen in Deutschland. Dabei ist er bei frühzeitiger Erkennung durchaus vermeidbar. Mittels immunchemischer Tests (iFOB-Test) auf Hämoglobin im Stuhl werden geringe Mengen menschlichen Blutes im Stuhl nachgewiesen.

Gemäß der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie haben Versicherte seit dem 1. April 2017 Anspruch auf iFOB-Tests anstelle des bisherigen Guajak-Tests, da diese Blutspuren im Stuhl deutlich besser nachweisen. Patienten können den Test ab einem Alter von 50 jährlich und ab 55 alle zwei Jahre kostenfrei bei ihrem Hausarzt, Internisten, Gynäkologen bzw. Urologen durchführen.

Das von Sysmex angebotene Proben-Röhrchen SENTiFIT pierceTube ermöglicht dem Patienten eine sichere und einfache Durchführung des Stuhltests. Das Labor wiederum profitiert von einer schnellen und hygienischen Abarbeitung der Proben dank dem auf das Röhrchen abgestimmten Analyser Sentifit 270. Informieren Sie sich über den iFOBT-Test unter www.darmkrebs-screening.eu.

Scientific Kalender August 2018

Bei welchen Erkrankungen, abgesehen von bakteriellen Infektionen, ist der D-Dimer-Spiegel erhöht? Tiefe Venenthrombose (TVT)
Krebserkrankung
Sichelzellenanämie (SZA)
HIV-Infektion
Alle oben genannten

Wissenschaftliche Hintergrundinformationen

D-Dimer ist ein kleines Proteinfragment, das als Fibrinspaltprodukt (FSP) im Blut vorliegt, nachdem ein Blutgerinnsel (Thrombus) durch Fibrinolyse abgebaut wurde. Es hat seinen Namen von den zwei D-Domänen, die durch vernetztes Fibrin gebildet werden.

Verschiedene klinische Szenarien können dem Arzt Anlass geben, den D-Dimer-Spiegel zu messen oder zu überwachen. Generell kann der D-Dimer-Test zum Screening auf zugrunde liegende thromboembolische Ereignissen wie eine tiefen Venenthrombose (TVT) oder Lungenembolie (LE) sowie zur Verlaufskontrolle bestimmter Therapien oder Erkrankungen angeordnet werden. In der Praxis wurde die D-Dimer-Bestimmung zum Ausschluss von venösen Thromboembolien (VTE) bei bestimmten Patientenpopulationen sowie zur Diagnose und Überwachung der Gerinnungsaktivierung bei Verbrauchskoagulopathie (disseminierter intravasaler Gerinnung – DIG) am umfassendsten validiert [2].

Die Aussagekraft des D-Dimer-Tests liegt in seinem negativen Vorhersagewert. Während bei einem negativen Ergebnis eine Thromboembolie ausgeschlossen werden kann, stellt ein positives Ergebnis zwar einen Hinweis auf eine Thrombose dar, ermöglicht jedoch nicht den Ausschluss anderer häufiger Ursachen wie etwa Sichelzellenanämie (SZA), Krebs, HIV-Infektion, operativer Eingriffe und Schwangerschaft [1], sodass eine weitere Diagnostik erforderlich ist.

Aufgrund der Schädigung der Endothelzellen der Gefäße, die durch von schnell wachsenden Tumorzellen freigesetzte Toxine verursacht wird, und des Fibrinolyseaktivators auf der Oberfläche von Tumorzellen liegt bei Krebspatienten häufig eine anomale Gerinnungs- und Fibrinolyseaktivität vor, sodass ihre D-Dimer-Werte tendenziell höher sind als bei Patienten ohne Neoplasien [3].

Bei Patienten mit Sichelzellenanämie (SZA), einer der weltweit häufigsten Erbkrankheiten [4], kommt es zu Verschlüssen sowohl großer als auch kleiner Gefäße, was zur Schädigung von Endorganen und Komplikationen wie der avaskulären Nekrose (AVN) führt. Diese Gefäßverschlüsse sind multifaktoriell und auf verschiedene Prozesse zurückzuführen, beispielsweise eine verminderte Verformbarkeit der Erythrozyten und eine chronisch aktivierte Gerinnungskaskade. Ein wichtiges Element der hyperaktivierten Gerinnung ist die erhöhte Thrombinproduktion, die sich auch in erhöhten D-Dimer-Werten niederschlägt [4]. 

Bei HIV haben sich die Bestrebungen im Gesundheitswesen im letzten Jahrzehnt vornehmlich auf die Prävention und Therapie der Infektion konzentriert, während der Zusammenhang zwischen HIV-Infektion und Thrombosen weitgehend vernachlässigt wurde. Studien haben gezeigt, dass ein erhöhter D-Dimer-Spiegel stark mit einer erhöhten Mortalität bei HIV-Infizierten in Verbindung steht und zudem ein Prädiktor für das Immunrekonstitutionssyndrom (IRIS) nach Einleitung der antiretroviralen Therapie ist. IRIS tritt bei manchen AIDS-Patienten kurz nach Beginn der antiretroviralen Behandlung auf. Die Erholung des Immunsystems wird von einer überschießenden Reaktion auf eine zuvor erworbene opportunistische Infektion begleitet, die paradoxerweise zu einer Verschlimmerung der Symptome führt. Da erhöhte D-Dimer-Werte nachweislich ein sehr guter Prädiktor bei Patienten mit hohem IRIS-Risiko sind, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der D-Dimer-Test in der nahen Zukunft Bestandteil der HIV-Therapiekonzepte wird. Auf diese Weise ließen sich Risikopatienten identifizieren, die möglicherweise ein anderes Arzneimittelregime erhalten oder höchstwahrscheinlich wesentlich engmaschiger überwacht werden sollten [1].

Literatur

1.    Sysmex Educational Enhancement and Development (2012): The Role of the D-dimer test in clinical diagnostics. SEED Coagulation. July 2012.
2.    Soheir S. Adam et al. (2009): D-dimer antigen: Current concepts and future prospects. Blood. 113(13):2878-2885.
3.    Jing Yu et al. (2016): Tumor-specific D-Dimer Concentration Ranges and Influencing Factors: A Cross-Sectional Study. Plos One. ODI:10.1371/journal.pone.0165390 (November 11 2016):1-12.
4.    Nirmish Shah, MD, et al. (2012): Characterization of the hypercoagulable state in patients with sickle cell disease. Thromb Res. 2012 November. 130(5):e241-e245.

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