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Scientific Kalender Juni 2019

Wie kann präzise Molekulardiagnostik das Lymphknoten-Staging bei Brustkrebs unterstützen?

Durch die qualitative Beurteilung positiver und negativer Lymphknoten.

Die quantitative molekulardiagnostische Bestimmung der Metastasenlast in den Lymphknoten erlaubt ein zuverlässigeres Staging.


Indem sie keine exakte quantitative Bestimmung der Metastasenlast in den Lymphknoten erlaubt.

Indem sie keine prognostischen und prädiktiven Informationen liefert, die über den simplen Nachweis von Lymphknoten-Metastasen hinausgehen.

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Wissenschaftliche Hintergrundinformationen

Bei der Diagnose Brustkrebs ist die Metastasierung in die axillären Lymphknoten (ALN) ein bedeutender prognostischer Faktor und ein wichtiges Kriterium für Therapieentscheidungen. Bei Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium ist die Sentinel-Lymphknotenbiopsie (SLNB) das Standardverfahren zur Abklärung, ob die ALN beteiligt sind. Werden in den Sentinel-Lymphknoten (SLN) keine Metastasen oder nur sehr geringe Tumorlasten festgestellt, kann auf eine Dissektion weiterer axillärer Lymphknoten verzichtet und auf weniger invasive chirurgische Eingriffe gesetzt werden. Dadurch reduzieren sich die Morbidität bei diesen Patientinnen sowie die Gefahr unerwünschter Nebenwirkungen wie Lymphödem erheblich. Andererseits kann eine fortgeschrittene Metastasierung in den Lymphknoten eine Indikation zur radikaleren Resektion weiterer ALN darstellen und eine adjuvante Therapie oder eine Strahlentherapie erfordern.

Daher ist eine standardisierte und präzise Beurteilung der Metastasierung in die ALN unerlässlich, um die optimale Therapie für die jeweilige Patientin zu wählen und eine Unter- oder Übertherapie zu vermeiden.

Die zur Untersuchung der SLN herangezogene klassische Histopathologie analysiert in der Regel nicht das gesamte Lymphknotengewebe. Zudem unterscheiden sich die Protokolle je nach Einrichtung. Die diagnostischen Informationen, die den Ärzten zur Verfügung gestellt werden, sind somit oft begrenzt und nicht standardisiert.

OSNA (One Step Nucleic Acid Amplification) ist ein molekularer Assay zur Bestimmung der Metastasenlast in den Lymphknoten mittels Quantifizierung der CK19-mRNA-Expression. Mit diesem Ansatz kann der gesamte Lymphknoten in sehr kurzer Zeit analysiert und der SLN-Status somit präziser und in standardisierter Form bestimmt werden, was besonders intraoperativ entscheidend ist. Das quantitative OSNA-Ergebnis (Zahl der CK19-mRNA-Kopien) gibt nicht nur Aufschluss über den Grad der Metastasenlast in den SLN, sondern stellt auch ein nützliches Hilfsmittel zur Vorhersage des Risikos weiterer metastasierter axillärer Lymphknoten sowie der Prognose der Patientin dar, wie in mehreren Publikationen ausgeführt wurde (siehe Grafik unten). Der OSNA-Assay unterstützt das Lymphknoten-Staging, indem er differenziertere diagnostische Informationen als die konventionelle Histopathologie liefert.

Dadurch können mit größerer Sicherheit Entscheidungen darüber getroffen werden, in welchem Ausmaß Lymphknoten reseziert werden müssen, welche Art von adjuvanter Therapie ggf. erforderlich ist und welches Strahlentherapie-Regime im jeweiligen Fall am besten geeignet ist.

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