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Präanalytik im Zeitraffer

XTRA-ARTIKEL AUSGABE 1/2021

 

Vorarbeiten per Hand sind in der Laborroutine gerade in Spitzenzeiten ein enormer Stressfaktor. Denn unzählige Röhrchen müssen dann in die Racks gesteckt und die Racks wiederum auf die Automationsstraße gebracht werden. Ein Münchener Labor hat eine innovative Automationslösung dafür im Einsatz  

Text: Verena Fischer  

Das inhabergeführte Labor Becker & Kollegen ist an verschiedenen Standorten in Bayern vertreten, dazu gehören auch zwei Labore in München: zentral in der Innenstadt sowie in der Führichstraße – dem Hauptstandort der Laboranalytik. Zu den Einsendern zählen Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte, unter anderem auch onkologische Fachärzte. Ebenfalls Teil des Leistungsspektrums sind zwei Praxen in einem separaten Gebäude, eine Gerinnungsambulanz und eine, die auf Neugeborenen-Screenings spezialisiert ist.  
 
Das Labor Becker & Kollegen deckt das gesamte Analysespektrum eines Großlabors ab, dazu gehören Mikrobiologie, Zytologie und auch Molekularbiologie, die aktuell besonders stark nachgefragt ist, so die Fachärztin für Laboratoriumsmedizin Dr. Brigitte Oelmaier-Halser. Als Vorreiter in der Automation investiert das Labor seit zehn Jahren in innovative Laborsysteme: „Im Moment sind wir gerade dabei, die Prä- und Postanalytik der klinischen Chemie zu automatisieren“, bestätigt Oelmaier-Halser. „Hier arbeiten wir aktuell noch mit Stand-alone-Geräten.“  

Vollautomatische Vorsortierung

In der Hämatologie hat das Labor nun eine neue Möglichkeit entwickelt, um die Präanalytik wirksam abzukürzen. „Wir haben in diesem Bereich schon seit Längerem über einen Schüttgutsortierer eine Vorverteilung von EDTA-Röhrchen vorgenommen“, erklärt die Fachärztin. „Und unsere Idee war es, nicht nur vollautomatisch vorzusortieren, sondern auch das lästige Stecken der Racks per Hand sowie die anschließende Übertragung auf die Sysmex Straße zu eliminieren.“ Dieser manuelle Vorgang hat MTAs beispielsweise bei der alltäglichen HbA1c-Bestimmung bisher viel Zeit gekostet.  
 
Also entschied sich das Labor im ersten Schritt dafür, ein System zu installieren, mit dem eine vollautomatische Registrierung und Sortierung von Proben möglich ist und sich die Röhrchen auch automatisch im Labor transportieren und verteilen lassen. „Außerdem konnte unser neues System gleichzeitig die Sysmex Racks automatisch bestücken, was unsere MTAs entlasten sollte“, so die Expertin.  
 
Der Plan ging allerdings nur teilweise auf, denn während der Peak-Phase um die Mittagszeit reichte die Geschwindigkeit des Greifarms einfach nicht aus, um das hohe Aufkommen von bis zu 1.400 Proben pro Stunde eigenständig zu bewältigen: „Morgens und abends haben wir die Rack-Bildungsfunktion direkt nutzen können. Und für die Peak-Phase hatten wir ein Back-up-Konzept, bei dem wir nur jedes zweite Röhrchen stecken ließen. Das hat der Greifarm von der Kapazität her geschafft. Die andere Hälfte mussten wir aber weiter von Hand stecken, um einen Probenrückstau zu vermeiden. Die Verbesserung war deshalb nur minimal und noch lange nicht unser Wunschzustand“, erinnert sich Dr. Oelmaier-Halser. Auch mussten die Racks nach wie vor per Hand auf die Straße gebracht werden – ein weiterer Faktor, der für die Labormitarbeiter aufwendig war und viel Handarbeit bedeutete.  

Beladung der Racks

Um die gewünschte Geschwindigkeit der Bestückung von Racks und die automatisierte Übergabe dieser zu erreichen, entwickelte Sysmex gemeinsam mit Laboren und dem Medizintechnikhersteller T&O eine innovative Lösung, die den gesamten präanalytischen Hämatologieprozess nachhaltig beschleunigt hat. Mithilfe eines geeigneten Systems – des neuen ATRAS SL von T&O – können Sysmex XN-Systeme nun vollautomatisch mit Racks beladen werden. „Seit Oktober 2020 nutzen wir das System“, berichtet Dr. Oelmaier-Halser. „Wir brauchen seitdem die Racks nicht mehr selbst auf die Straße zu stellen und können wegen der hohen Geschwindigkeit ganztägig die Rackbuilding-Funktion nutzen, was eine enorme Arbeitserleichterung und Beschleunigung für uns bedeutet“, erklärt die Expertin. 

Hohes Probenaufkommen

Die Rack-Bestückung läuft über das neue System mit einer solchen Geschwindigkeit ab, dass hohe Probenaufkommen kein Problem mehr sind. „Wir haben im Probeneingang ATRAS-Systeme, die registrieren, zu welchem Auftrag ein Serum, ein Zitrat oder ein EDTA existiert“, erklärt Oelmaier-Halser. „Ein Großteil der Proben erreicht uns mit elektronischen Anforderungen über unsere Online-Anforderungssysteme, sodass der Greifarm ungebremst arbeiten kann.“  

Summary 

  • Mit einer innovativen Lösung erspart sich das Labor Becker & Kollegen das manuelle Aufbringen von Racks auf die XN-Straße  
  • Dank automatischem Lademodul werden Racks befüllt und auf die Straße gebracht  
  • Selbst zu Peak-Zeiten kann die Präanalytik nun komplett automatisiert ablaufen  

 

Fotoquellen: T&O LabSystem, privat 

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