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POCT im Hochleistungssport

XTRA-ARTIKEL AUSGABE 1/2020

 

Wie leistungsfähig sind Deutschlands Sportler? Dies verraten Biomarker, die täglich an Olympiastützpunkten bestimmt werden – mittels POCT-Geräten von Hitado

Text: Verena Fischer

 

In den deutschlandweit 18 Olympiastützpunkten werden Bundeskaderathleten sowie deren Trainer umfassend betreut. Seit der Gründung dieser Einrichtungen im Jahr 1989 sind dafür Point-of-Care-Geräte im Einsatz. „Da die bisherigen Geräte nicht mehr gebaut werden und es auch keine Ersatzteile mehr gibt, war es meine Aufgabe, die beste Alternative auf dem Markt ausfindig zu machen“, erzählt Dr. Joachim Jost, Leiter der AG Physiologie aller Olympiastützpunkte sowie Sportmediziner am Standort in Heidelberg. Dieser Entscheidungsprozess, bei dem eine Einigung mit allen 18 Stützpunkten erreicht wurde, hat knapp ein Dreivierteljahr gedauert. Das Ergebnis: Von nun an ist Hitado der neue Partner im deutschen Hochleistungssport.

Analysieren als Leistungssport

„Wenn wir Nationalmannschaften im Stützpunkt zu Gast haben, beginnen wir morgens um sieben Uhr mit kapillären Blutabnahmen“, erklärt Dr. Jost. „Das bedeutet, dass wir von bis zu 20 Sportlern in kurzer Zeit Proben nehmen.“ Im Anschluss bleibleiben den Experten maximal eineinhalb Stunden Zeit, um alle Ergebnisse auszuwerten, zu interpretieren und bis spätestens neun Uhr an den Trainer weiterzugeben. Dann fällt die Entscheidung, ob der Athlet vom Vortag erholt ist oder eine Trainingspause benötigt. „Um das Pensum zu schaffen, kommt es bei der Analytik auf jede Minute an, weshalb die vollautomatischen Geräte von Hitado eine große Unterstützung sind“, so Jost.

Als Leistungsphysiologe am Olympiastützpunkt der Metropolregion Rhein-Neckar ist der Sportmediziner mit seinem Team für alle anfallenden Analysen des gesamten Einzugsgebiets verantwortlich – neben Heidelberg gehören dazu noch die Städte Mannheim, Karlsruhe und Leimen. Unter den Stammgästen des Stützpunkts sind die Nationalmannschaften der Frauen und Männer im Ringen, die nicht nur vor Ort in Heidelberg, sondern auch unterwegs während der Trainingslager von den Sportwissenschaftlern betreut werden: „Auf Reisen sind die POCT-Geräte natürlich auch dabei“, so Jost. „Während dieser besonderen Trainingsphasen bestimmen wir die Vitalparameter sogar täglich. Im Olympiastützpunkt in Heidelberg sind es etwa zwei bis drei Messungen pro Woche.“

„Von unseren ersten Erfahrungen mit den Hitado-Geräten sind wir begeistert!“

Dr. Joachim Jost, Olympiazentrum Heidelberg

 

Siegertreppchen der Biomarker

„Die wichtigsten zwei Parameter für die Trainingsbegleitung sind Kreatinkinase und Harnstoff“, erklärt Jost. Bei der Kreatinkinase handelt es sich um ein Enzym aus Muskelzellen, das Adenosintriphosphat (ATP) – den bedeutendsten Energieträger des Körpers – aus Kreatinphosphat und Adenosindiphosphat (ADP) synthetisiert. Bei intensivem Training werden die Membranen von Muskelzellen für das Enzym durchlässig und Kreatinkinase gelangt über das Lymphsystem in den Blutkreislauf. So lässt sich der Spiegel aus Vollblut sicher bestimmen. Bei Leistungssportlern kann der Kreatinkinase-Spiegel physiologisch um das Vielfache der gängigen Referenzwerte erhöht sein. Durch mehrfache Messungen im erholten Zustand werden daher zunächst individuelle Referenzwerte ermittelt. Weicht der morgendliche Wert im Trainingsalltag deutlich vom individuellen Referenzbereich ab, ist eine muskuläre Überlastung angezeigt und eine Trainingspause notwendig. Auch eine Unterforderung lässt sich anhand des Biomarkers feststellen.

Harnstoff ist als Endprodukt des Eiweißstoffwechsels ein weiterer zuverlässiger Indikator dafür, ob sich der Körper vom Training des Vortags bereits ausreichend erholt hat. Der Biomarker eignet sich vor allem, um die Komponenten Ausdauer und Regeneration im Leistungssport zu überwachen: „Sind sehr viele Kohlenhydrate verbraucht und die Speicher nicht ausreichend wieder aufgefüllt worden, ist der Körper gezwungen, Eiweißsub stanz wie Muskulatur oder Hormone abzubauen. Das ist von Nachteil für den Sportler“, erklärt Dr. Jost. „Kommt es zu einem solchen Muskelabbau, steigt der Harnstoffspiegel im nüchternen Zustand am nächsten Morgen stark an. Damit zeigt der hohe Wert an, wenn Sportler eine Trainingspause einlegen müssen.“ Für die automatische Bestimmung der zwei Basisparameter Kreatinkinase und Harnstoff setzen die Olympiastützpunkte nun auf den FUJI DRI-CHEM ANALYZER, der die Werte aus Vollblutproben automatisch bestimmt.

Zusätzlich werden standardmäßig die Parameter CRP und Hämatokrit mittels des CUBE-S Analysers bestimmt: „CRP gibt uns Hinweise auf Infektionen und Entzündungen“, erklärt Jost.

Kleine Sportvorschau

Als Nächstes begleitet der Sportwissenschaftler die Herrenmannschaft im Ringen zur Vorbereitung auf die OlympiaOlympiaqualifikation ins Trainingslager nach Ungarn. „Viele der Ringer betreue ich bereits seit vier bis acht Jahren. Da freue ich mich natürlich besonders darauf, die Erfolge der Medaillenkandidaten während der Olympiade zu verfolgen“, sagt Jost. Für die Zukunft wünscht sich der Sportwissenschaftler vor allem Messgeräte, mit denen sich die Hormone Cortisol, Testosteron und freies Testosteron zuverlässig bestimmen lassen. „Es würde uns für die Regenerationssteuerung einen großen Mehrwert bringen, wenn sich die Hormone aus Vollblut oder Speichel bestimmen ließen.“ Die aktuell auf dem Markt vorhandenen Speicheltests sind leider noch nicht valide genug, bedauert der Experte.

Summary

  • Seit 2020 setzen Olympiastützpunkte bundesweit auf POCT-Geräte von Hitado
  • Die wichtigsten Biomarker im Leistungssport sind Kreatinkinase und Harnstoff
  • Die Bestimmung gelingt vollautomatisch mittels FUJI DRICHEM ANALYZER

Fotoquelle: Shutterstock, Hitado

Wenn jede Minute zählt

Mit dem FUJI DRI-CHEM NX500 läuft die Probenverarbeitung vollautomatisch und genaue Ergebnisse sind schnell verfügbar:

  • Unit-use-Reagenzien und automatisches Pipettieren erleichtern die Arbeit am Point-of-Care
  • Li-Heparin-Vollblut, Serum und Plasma sind als Probenmaterial geeignet. In der Regel reicht eine Menge von nur 10 μL pro Testplättchen aus
  • Bis zu maximal 22 Parameter lassen sich innerhalb weniger Minuten aus nur einer Probe bestimmen

Weitere Infos: www.hitado.de

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