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Scientific Kalender Januar 2021

Welche Konsequenzen hat eine Metastasierung in die Lymphknoten für die intraoperative Entscheidungsfindung bei Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium?

Bei Lymphknotenbefall wird die Operation fortgeführt

Ein fertilitätserhaltendes Vorgehen ist nur möglich, wenn keine Metastasen in den Becken-Lymphknoten gefunden werden.

Der Lymphknoten-Status hat keinen Einfluss auf die intraoperative chirurgische Entscheidung, sondern nur auf die weitere Therapie.

In der Regel werden die Lymphknoten während der Operation nicht untersucht, eine entsprechende Metastasierung hat daher keinen Einfluss.

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Wissenschaftliche Hintergrundinformationen

Bessere Krebstherapie: Intraoperative Entscheidungsfindung bei Gebärmutterhalskrebs

Mit geschätzt 570 000 Erkrankungen und 311 000 Todesfällen weltweit im Jahr 2018 rangiert Gebärmutterhalskrebs an vierter Stelle der am häufigsten diagnostizierten Krebsarten und ist die vierthäufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen.1

Da Gebärmutterhalskrebs oft jüngere Frauen betrifft, steht der Erhalt der Fertilität häufig im Mittelpunkt der Beratung im Vorfeld der Therapie. Ob die Fertilität erhalten werden kann, hängt jedoch maßgeblich vom Krankheitsstadium und vor allem vom Lymphknoten-Status ab, sodass ein fertilitätserhaltendes Vorgehen nur im Frühstadium und auch nur dann erwogen werden kann, wenn keine Metastasen in den Beckenlymphknoten vorliegen.

Zur Untersuchung des Beckens auf eine etwaige Beteiligung der Lymphknoten erfolgt zunächst ein klinisches Staging mittels Bildgebung. Die Feststellung einer Tumorausbreitung in die Beckenlymphknoten stellt eine Kontraindikation gegen eine Operation dar und leitet direkt zur Chemoradiotherapie als Therapiestandard über, wodurch jeglicher fertilitätserhaltende Ansatz ausgeschlossen ist. Nur Patientinnen im Frühstadium ohne offensichtlichen Lymphknotenbefall sind Kandidatinnen für einen chirurgischen Eingriff.

Da die Empfindlichkeit der bildgebenden Verfahren begrenzt ist, lässt sich nicht ausschließen, dass Metastasen beim klinischen Staging übersehen werden. Heutzutage wird als erster Schritt des chirurgischen Eingriffs eine Sentinel-Lymphknoten-Biopsie (SLNB) empfohlen, um den Lymphknoten-Status zu beurteilen. Sentinel-Lymphknoten (SLN) sind die ersten Lymphknoten im lymphatischen Abflussgebiet eines Tumors und bei ihnen sind Metastasen am wahrscheinlichsten. Die konventionelle Methode zur intraoperativen Beurteilung der SLN besteht in der histopathologischen Untersuchung eines Gefrierschnitts, deren Empfindlichkeit jedoch ebenfalls gering ist, sodass vor allem kleine Tumoren nicht unbedingt erkannt werden. Somit besteht die Gefahr, dass der Operateur seine Entscheidung für ein fertilitätserhaltendes Vorgehen auf ein falsch-negatives intraoperatives SLN-Ergebnis stützt und es dadurch möglicherweise zur Untertherapie kommt. Sollte zudem die gründlichere postoperative Histopathologie eine Beteiligung der Lymphknoten ergeben, würde die Patientin zusätzlich zur Operation eine Chemoradiotherapie benötigen, was wiederum als Übertherapie gilt und laut den Empfehlungen der Leitlinien vermieden werden soll2.

Die Kombination einer spezifischen Technik zur Lokalisierung der SLN, wie sie das Sentimag®-Magtrace® System bietet, mit einer hochempfindlichen intraoperativen Analyse des gesamten Lymphknotens beispielsweise mittels OSNA (one-step nucleic acid amplification) ermöglicht ein korrektes Lymphknoten-Staging und bietet dem Arzt eine sichere Grundlage für die individuelle Therapieentscheidung.

Literatur

  1. Bray F et al. Global cancer statistics 2018: GLOBOCAN estimates of incidence and mortality worldwide for 36 cancers in 185 countries. CA Cancer J Clin 2018; 68:394–424.
  2. ESGO-ESTRO-ESP Guidelines for the Management of Patients with Cervical Cancer:2018

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