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Neutrophilen-Aktivierung: Neutrophilen-Reaktivitäts-Intensität (NEUT-RI) und Neutrophilen-Granularitäts-Intensität (NEUT-GI)

Den neutrophilen Granulozyten werden bei einer Entzündung, nach neuesten Erkenntnissen eine große Rolle zugeordnet. Aktivierte Neutrophile sezernieren eine Vielzahl von proinflammatorischen Zytokinen und Oberflächenmolekülen (MHCII) in einer Weise, die die Präsentation von Antigen und die Aktivierung von T-Zellen ermöglichen.

Der Parameter NEUT-RI zeigt die Reaktivitätsintensität der Neutrophilen und ihre metabolische Aktivität wird dargestellt. Erhöhte NEUT-RI Werte spiegeln die Aktivierung der Protein-Biosynthese in den Neutrophilen wider. Diese Aktivierung der Neutrophilen ist das erste Geschehen der Immunantwort auf bakterielle Infektionen binnen weniger Minuten, nach Beginn der Infektion. NEUT-RI wird in Studien ((1), (2), (3)) als extrem wichtiger Parameter zur Erkennung einer Sepsis beschrieben. Gesunde Patienten zeigen ein Referenzintervall von 39,8-51 Fluoreszenzeinheiten. (1) Bei einem Cut-Off von 51,6 Fl konnte Park et al 2015 gesunde von septischen Patienten unterscheiden mit einer AUC von 0,909, einer Sensitivität von 71,3% und einer Spezifität von 96,8%. (2). Bei einem Cut-Off von 54 Fl konnte Urrechaga et al 2018 Patienten mit nicht systemischen Infektionen von septischen Patienten unterscheiden mit einer AUC von 0,825, einer Sensitivität von 83,5% und einer Spezifität von 68%. (3).

Auch der Parameter NEUT-GI, ausgedrückt in der Einheit SI (Streuungsintensität) steigt bei Änderung der Funktionalität der Neutrophilen, z.B. toxische Granulation oder Vakuolisierung an.

Die Aktivierung der Neutrophilen ist ein Indikator der ersten angeborenen Immunantwort, daher erhöhen sich sowohl NEUT-GI als auch NEUT-RI in dieser Phase.

Sysmex Entzündungsparameter aus dem Routineblutbild sind schnell und 24/7 verfügbar und unterstützen somit eine frühzeitige Diagnose, sodass eine gezielte Behandlung gestartet, verändert oder schneller angepasst werden kann. Die Überwachung von Patienten mit entzündlichen Erkrankungen und der Erfolg ihrer Therapie hilft ein Übermaß an Antibiotika zu vermeiden.

Im XN-DIFF-Kanal werden die Zellen nach ihrer Fluoreszenzsignalintensität (SFL), ihrer Größe und internen Struktur differenziert. Aktivierte Zellen haben nicht nur eine andere Membranlipidzusammensetzung, sondern auch eine höhere Aktivität im Zytoplasma, da sie z. B. Zytokine produzieren. Folglich ist die Intensität des Fluoreszenzsignals von aktivierten Zellen höher als das Fluoreszenzsignal von ruhenden Zellen.

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