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Urinary tract infections (UTI): a burning topic

Harnwegsinfektionen (HWI): ein brennendes Thema

Harnwegsinfektionen (HWI) – manchmal auch als „Zystitis“ oder „Blasenentzündung“ bezeichnet – sind bakterielle Infektionen der Harnwege. Das Harnsystem umfasst die Harnröhre, die Blase, die Harnleiter (Röhren, die von den Nieren zur Blase führen) und die Nieren. Harnwegsinfektionen sind ziemlich häufig und normalerweise nicht schwerwiegend, aber wenn Sie jemals eine erlebt haben, wissen Sie, wie ernst sie sich anfühlen können und wie dringend Sie eine Behandlung benötigen, um das Problem anzugehen.

Die meisten Harnwegsinfektionen sind auf Bakterien zurückzuführen, die normalerweise im Verdauungstrakt vorkommen, wie z. B. E. coli, obwohl auch andere Bakterien sie verursachen können. Viele Arten von Bakterien leben im Darm, aber da Urin steril ist, ist das Harnsystem normalerweise bakterienfrei. Wenn also bösartige Bakterien in das Harnsystem eindringen, kann dies eine Harnwegsinfektion auslösen. In den meisten Fällen wandern Bakterien über die Harnröhre in die Blase. Es wird geschätzt, dass weltweit jährlich 150 Millionen HWI auftreten, was sie zu einer der häufigsten bakteriellen Infektionen weltweit macht. Dabei sind Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer.

Es scheint, dass Harnwegsinfekte bei Frauen aufgrund ihrer Anatomie bevorzugt auftreten. Fast jede dritte Frau hatte im Alter von 24 Jahren eine Harnwegsinfektion, die eine Antibiotikabehandlung erforderte. Frauen erkranken häufiger an Harnwegsinfektionen, weil die Harnröhre viel kürzer ist als bei Männern. Da die Harnröhrenöffnung bei Frauen näher am Darmausgang liegt, können auch Bakterien aus dem Stuhl leichter in die Harnröhre gelangen. Bei Männern ist eine Harnwegsinfektion fast immer ein Symptom einer anderen Erkrankung. Oft ist die Infektion von der Prostata oder einem anderen Körperteil ausgegangen, oder die Harnwege sind blockiert.

Diagnostik

Becher füllen – den Rest erledigt das Labor

Der erste Schritt bei der Diagnose einer Harnwegsinfektion ist normalerweise ein einfacher Urintest, der nach Bakterien sowie nach abnormalen Zahlen von weißen und roten Blutkörperchen sucht. Meistens geschieht dies mit einem Urinteststreifen. Das geht schnell, ist aber nicht die genaueste oder zuverlässigste Methode, da sie zu einem falsch-negativen Ergebnis führen kann.

Die Analyse des Urins kann auch mittels einer Urinkultur im Labor erfolgen, deren Ergebnis dem Arzt sagen kann, welche Bakterien die Infektion verursachen und welches Medikament bzw. Antibiotikum am wirksamsten ist. Dieses Vorgehen kann aber etwas länger dauern, da die Bakterien erstmal in der Kultur wachsen müssen. In Bezug auf die Genauigkeit ist dies allerdings das ideale Vorgehen, da andernfalls das vorschnelle Verschreiben und die Einnahme des falschen Antibiotikums zu einer Zunahme der Antibiotikaresistenz bei Krankheitserregern der Harnwege führen kann.

Ein moderner und wesentlich schnellerer Weg ist der Einsatz der sogenannten Durchflusszytometrie. Hierbei wird der Urin mit einem Analysegerät untersucht und das zuverlässige Ergebnis ist innerhalb einer Minute verfügbar. So kann eine Therapie schneller eingeleitet werden.

Behandlung

Was passiert nach der Diagnose einer Harnwegsinfektion?

Es gibt sowohl medizinisch als auch ganzheitliche Behandlungen oder eine Kombination aus beiden, die von medizinischen Fachkräften empfohlen werden. Oft wird empfohlen, viel zu trinken, um die Bakterien durch häufigeres Entleeren der Blase auszuspülen. Sie haben vielleicht auch auf einigen medizinischen Websites gehört oder gesehen, dass das Trinken von Cranberry-Saft helfen kann, Harnwegsinfektionen zu verhindern und/oder sie loszuwerden. Einige Studien deuten darauf hin, dass Cranberries eine Substanz enthalten, die verhindert, dass E. coli-Bakterien an den Wänden der Blase haften bleiben. Ohne an der Wand zu kleben, können Bakterien wie
E. coli die Harnwege nicht infizieren. Insgesamt sind die wissenschaftlichen Daten für eine Wirksamkeit aber eher widersprüchlich. Die wahren Helden, wenn es um die Bekämpfung von Harnwegsinfektionen geht, sind Antibiotika.

Verschreibungspflichtige Antibiotika heilen fast immer eine Harnwegsinfektion, daher ist die Behandlung in der Regel unkompliziert, obwohl dies in den letzten Jahren aufgrund der Überverschreibung von Breitbandantibiotika komplizierter geworden ist. Es ist wichtig, einen Arzt zu konsultieren, wenn Sie glauben, dass Sie eine Harnwegsinfektion haben könnten, damit Sie die geeignete Antibiotikabehandlung erhalten können.

Antimikrobielle Resistenz

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Besuchen Sie unsere AMR-Seite (Antimikrobielle Resistenz), um noch mehr darüber zu erfahren, wie wichtig der richtige Einsatz von Antibiotika und anderen antimikrobiellen Behandlungen ist.

 

Quellen

  1. Blahd, W. MD (reviewed by). (2017). ‘Slideshow: A Visual Guide to Urinary Tract Infections.’ 
  2. Bandukwala, N.Q. DO (reviewed by). (2018). ‘What Are Urinary Tract Infections (UTIs)?’
  3. Cox, D. 2017. ‘Everything you ever wanted to know about urinary tract infections.’
  4. Jepson, R. G., Williams, G., & Craig, J. C. (2012). Cranberries for preventing urinary tract infections. The Cochrane Library.
  5. Krieger, J. N., Ross, S. O., & Simonsen, J. M. (1993). Urinary tract infections in healthy university men. The Journal of urology, 149(5), 1046-1048. 
  6. Pevzner, H. (2018) ‘How to Prevent Urinary Tract Infections or UTIs’. 
  7. Raz, R., Chazan, B., & Dan, M. (2004). Cranberry juice and urinary tract infection. Clinical infectious diseases, 38(10), 1413-1419. 
  8. ‘Urinary Tract Infections (UTIs)’.
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