schieben, anderer Kunde hat Probleme. Ich habe umge dreht, bin nach Innsbruck gefahren und war dort den ganzen Tag. Als FSE muss man flexibel sein. SARAH Manchmal läuft es schief. Ich hatte eine Wartung an einem älteren Gerät, danach lief es nicht mehr. Ich habe stundenlang gesucht, mit Kollegen telefoniert, am nächs ten Tag zu zweit weitergesucht, am Montag kam ein Spezia list. Am Ende lief es wieder. CHRISTIAN Genau so ist Technikerleben. Man muss es mögen. Und die Fahrten? SARAH Man muss Autofahren mögen, ich mag es. Anfangs war ich viel nach Wien unterwegs, das macht müde. Man gewöhnt sich, lange Strecken gehören dazu. CHRISTIAN Es kann passieren, dass man an einem Ort für Wartung ist und am selben Tag noch zu einem anderen Kun den wegen einer Störung fahren muss. Dann sucht man not falls eine Übernachtung. SARAH Wenn nichts Dringendes ist, kann ich den Tag gut einteilen: früh starten oder erst am Nachmittag zum Kun den. Wenn ein Gerät steht, braucht es schnelle Reaktion, dann zählt Flexibilität. Wie dokumentiert ihr Einsätze? CHRISTIAN In unserem CRM Dynamics werden Tickets eröff net. Dort trägt man Anfahrtszeit, Arbeitszeit, Ursache, Lösung und Ersatzteile ein, damit das eigene Lager im Car Stock wieder passt. Und vor Ort: Müsst ihr Laborleute einarbeiten? SARAH Die direkte Einarbeitung macht eher die Applika tion. Aber erklären und Hinweise geben gehört dazu. Man „Die beste Schule – rausfahren, Problem anschauen, Kollegen anrufen“ kommt rein, sammelt Informationen, arbeitet konzentriert und bindet am Ende den Ansprechpartner wieder ein. CHRISTIAN Der größte Teil von Onboarding und Einschulung ist in Wahrheit Kooperation. Man vernetzt sich schnell: Wer hilft, wer hat Knowhow, wen kann ich anrufen? Das kristal lisiert sich rasch heraus. Also weniger einzelner Prozess, mehr organisches Miteinander? SARAH Genau. Man wächst rein. Und das klappt immer? CHRISTIAN Unterschiedlich, nicht jeder gibt Wissen gern weiter. Das merkt man schnell. Insgesamt ist die Kultur bei Sysmex aber sehr kooperativ; man lernt, sich breiter zu ver netzen, um an nötige Informationen zu kommen. Wie ordnet sich euer Beruf in die Laborbranche ein? CHRISTIAN Für mich ist Field Service eine Welt, in der man bleibt, wenn man Medizintechnik liebt. Man hilft real, löst Probleme, und wenn ein Gerät wieder läuft, fährt man gut gelaunt nach Hause oder zum nächsten Kunden. SARAH Man muss flexibel sein, Autofahren mögen und damit leben, dass sich Termine ändern. Man kann den Tag frei ein teilen. Wenn etwas kaputtgeht, muss man schnell reagieren. CHRISTIAN Jedes Labor hat eigene Abläufe und mag ungern Unterbrechungen. Gerade rund um Feiertage wollen Kun den uns oft nicht sehen. Wenn aber etwas steht oder es Pro bleme gibt, müssen wir aktiv werden und rasch handeln. Werden die Geräte besser? CHRISTIAN Ja, Fehlermeldungen sind deutlich genauer ge wor den. Früher gab es nur eine Nummer, heute sind Codes detail lierter. Man weiß im Vorfeld besser, was man einpacken muss. Materialien und Verschlauchung sind robuster geworden. Gleichzeitig verändert sich die Laborarbeit. CHRISTIAN Genau. Durch Automatisierung braucht man weniger händische Schritte. Die Straßen werden länger, die Systeme komplexer, und damit steigt der Bedarf an gut geschultem Service. SARAH In der Schule hatte ich wenig Gerätekunde. Vie les ist learning by doing mit Kollegen. Trainings in Belgien und England waren wichtig, gerade für ThirdPartyGeräte. Onboarding über Teams hilft, weil man Einblicke in Firma und Kultur bekommt. CHRISTIAN Die Ausbildung ist gestaffelt. Beim XR etwa: Onlinetrainings mit Trainer, dann Selbststudium zu Hause, dann eine Woche vor Ort. So entsteht Schritt für Schritt Sicherheit mit Gerätegruppen und Modulen. SARAH Und man lernt laufend dazu, weil jede Installation, jedes Problem und jedes Labor anders ist. Und wenn es richtig kritisch wird? Letzte Frage: Was sagt ihr jemandem, der neu anfängt? SARAH Wenn der Oberarzt vor dir steht und fragt, wann das Gerät wieder läuft, ist das Druck. Da gab es Momente, in denen ich dachte: Warum tue ich mir das an? Aber wenn es klappt, ist das Gefühl umso besser. Wie hoch ist die Bedeutung von Zusammenarbeit und Kooperation? SARAH Ohne Kollegen geht es nicht. Man fragt, man hilft sich. Beim Kunden gilt First Priority. SARAH Hab keine Angst, dass du am Anfang nicht alles weißt. Frag, ruf an, fahr mit. Am Anfang ist es viel, aber es wird schnell Routine. CHRISTIAN Wenn man Medizintechnik liebt und Koopera tion ernst nimmt, passt der Job sehr gut. Die Laborbranche ist groß, die Laborstraßen werden immer komplexer, Arbeit und Möglichkeiten gibt es genug. XTRA 1/2026 63