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Analyse von Körperflüssigkeiten

Die Analyse von Körperflüssigkeiten umfasst verschiedene analytische Bereiche. Dazu gehören unter anderem die Zählung und Differenzierung von Zellen und anderen Partikeln. Die Zählung und Differenzierung von Zellen in unterschiedlichen Körperflüssigkeiten wie Liquor, serösen Körperflüssigkeiten und Synovialflüssigkeit ist mit unseren Hämatologie-Analysesystemen der XR-Serie, XN-Serie und XN-L Serie sowie dem Urindurchflusszytometer UF-5000 möglich.

Die Zellzählung und -differenzierung in Körperflüssigkeiten ist ein wichtiger Bestandteil des diagnostischen Prozesses. Die Gründe für eine solche Analyse sind vielfältig und hängen wesentlich von der jeweiligen Körperflüssigkeit ab.

Die Automatisierung der Analyse von Körperflüssigkeiten bietet gegenüber manuellen Verfahren mit einer herkömmlichen Zählkammer mehrere Vorteile. Da keine Vorbehandlung oder Probenvorbereitung erforderlich ist, erfolgt die Analyse schnell und unkompliziert. Die Qualität der Ergebnisse ist zudem weniger von den subjektiven Fähigkeiten der Anwenderinnen und Anwender abhängig, wodurch sich der Prozess besser standardisieren lässt. Gleichzeitig kann die Anzahl zeitaufwendiger manueller Zählungen in der Zählkammer reduziert werden.

Da Zellen in Körperflüssigkeiten, insbesondere neutrophile Granulozyten, schnell zerfallen können, sollte die Probe möglichst zeitnah analysiert werden.

Liquor

Liquor

Liquor ist eine klare, physiologische Körperflüssigkeit mit einem niedrigen Proteingehalt, die durch Ultrafiltration des Blutes entsteht. Er füllt die Räume zwischen Schädel, Gehirn und Ventrikeln aus und umgibt das Rückenmark. Als eine Art „Puffer“ schützt der Liquor Gehirn und Rückenmark, transportiert Hormone und Neurotransmitter, unterstützt die Entfernung toxischer Stoffwechselprodukte und trägt zur Aufrechterhaltung eines konstanten Milieus im Gehirn bei. Bei gesunden Erwachsenen beträgt das Liquorvolumen etwa 100 bis 150 mL; die tägliche Produktion liegt normalerweise bei rund 500 mL.

Die zelluläre Analyse des Liquors wird durchgeführt, um Erkrankungen des zentralen Nervensystems zu erkennen oder auszuschließen. Dazu zählen Infektionen durch Bakterien, Viren, Pilze oder Protozoen sowie entzündliche Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder das Guillain-Barré-Syndrom. Auch eine leptomeningeale Tumorausbreitung, bei der Tumorzellen aus einem peripheren Tumor in den Liquor gelangen, kann mithilfe der Analyse untersucht werden.

Die Probenentnahme erfolgt meist durch eine Lumbalpunktion, in einigen Fällen auch durch eine Zisternenpunktion. Bei Patientinnen und Patienten mit einem Ventrikelshunt, beispielsweise nach einer Operation oder im Rahmen der Behandlung eines Hydrozephalus, kann die Probe auch über den Shunt gewonnen werden. Obwohl die Liquorentnahme ein etabliertes Routineverfahren ist, birgt sie gewisse Risiken. Daher ist Liquor ein besonders wertvolles Untersuchungsmaterial.

Die Zählung und Differenzierung der im Liquor enthaltenen Zellen unterstützt die Unterscheidung verschiedener Krankheitsbilder. Als Faustregel gelten bei Erwachsenen mehr als 5 Leukozyten/µL als pathologisch, während bei Neugeborenen bis zu 30 Leukozyten/µL in einer unauffälligen Probe vorkommen können. Eine deutlich erhöhte Leukozytenzahl in Kombination mit einem erhöhten Anteil polymorphkerniger Zellen weist häufig auf eine bakterielle Infektion hin. Ein Überwiegen mononukleärer Zellen spricht dagegen eher für eine virale, tuberkulöse oder mykotische Meningitis oder für entzündliche Prozesse.

Pleuraflüssigkeit

Pleuraflüssigkeit

Pleuraflüssigkeit befindet sich zwischen den beiden Pleurablättern in der Pleurahöhle, dem Raum zwischen Lunge und Brustwand. Unter physiologischen Bedingungen beträgt das Volumen der Pleuraflüssigkeit nicht mehr als etwa 15 mL. Eine übermäßige Ansammlung von Pleuraflüssigkeit wird als Pleuraerguss bezeichnet und ist pathologisch. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und reichen von Herzinsuffizienz als häufigster Ursache über Pneumonien und Lungenembolien bis hin zu Tuberkulose.

In Kombination mit klinisch-chemischen Parametern kann die Zählung und Differenzierung der Zellen in der Pleuraflüssigkeit dazu beitragen, die Ursache eines Pleuraergusses zu bestimmen. Eine hohe Anzahl an neutrophilen Granulozyten kann beispielsweise auf eine Infektion hinweisen. Auch nicht infektiös bedingte Pleuraergüsse können jedoch eine beträchtliche Anzahl an Leukozyten enthalten, wobei in diesen Fällen häufig mononukleäre Zellen überwiegen. Darüber hinaus sind Mesothelzellen in der Pleuraflüssigkeit häufig nachweisbar. Bei einer zugrunde liegenden onkologischen Erkrankung können zudem Tumorzellen auftreten. Eine blutige Pleuraflüssigkeit ist am häufigsten auf ein Trauma oder eine Tumorinfiltration zurückzuführen.

Peritonealflüssigkeit

Peritonealflüssigkeit

Peritonealflüssigkeit befindet sich in der Peritonealhöhle und ist eine klare, hellgelbe Flüssigkeit mit einem physiologischen Volumen von weniger als 50 mL. Bei einer übermäßigen Ansammlung von Flüssigkeit spricht man von Aszites. In diesem Fall wird die Flüssigkeit häufig als Aszitesflüssigkeit und nicht als Peritonealflüssigkeit bezeichnet. In den meisten Fällen ist Aszites auf eine Leberzirrhose zurückzuführen, kann aber auch bei Krebserkrankungen, einer dekompensierten Herzinsuffizienz oder Tuberkulose auftreten. Die Analyse der Peritonealflüssigkeit dient dazu, die Ursache der Flüssigkeitsansammlung zu bestimmen sowie eine Peritonitis zu erkennen oder auszuschließen.

Eine Zahl polymorphkerniger Zellen von ≥ 250/µL bestätigt bei fehlender offensichtlicher intraabdomineller Infektionsquelle die Diagnose einer spontanen bakteriellen Peritonitis. In diesem Fall sollte die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt unverzüglich eine empirische Antibiotikatherapie einleiten.

Synovialflüssigkeit

Synovialflüssigkeit

Synovialflüssigkeit ist eine klare, physiologische, hellgelbe Körperflüssigkeit, die sich in der Gelenkhöhle befindet und bei Bewegungen die Reibung zwischen den Gelenkknorpeln reduziert. Eine Zunahme des Flüssigkeitsvolumens kann verschiedene Ursachen haben. Gelenkergüsse werden üblicherweise in nicht entzündliche, entzündliche, septische und hämorrhagische Ergüsse eingeteilt.

Die Zellzählung und -differenzierung kann dabei helfen, zwischen entzündlichen und infektiösen Ursachen eines Gelenkergusses zu unterscheiden. Sehr hohe Leukozytenzahlen von mehr als 100.000/µL sind möglich. In Kombination mit einem überwiegenden Anteil polymorphnukleärer Zellen können sie auf eine Infektion des Gelenks hinweisen.

CAPD-Flüssigkeit

Flüssigkeit bei kontinuierlicher ambulanter Peritonealdialyse (CAPD)

Die Flüssigkeit bei der kontinuierlichen ambulanten Peritonealdialyse (CAPD) ist keine körpereigene Flüssigkeit im eigentlichen Sinne, da sie weder physiologisch im Körper vorkommt noch durch eine Erkrankung selbst entsteht, sondern im Rahmen der Behandlung einer Erkrankung verwendet wird. Die CAPD ist ein alternatives Verfahren zur Hämodialyse für Patientinnen und Patienten mit Nierenerkrankungen. Dabei dient das Peritoneum als semipermeable Membran, über die Flüssigkeit und gelöste Stoffe durch Osmose aus dem Blut entfernt werden.

Die Behandlung birgt das Risiko einer Peritonitis, die durch den Katheterzugang verursacht werden kann. Eine besondere Form ist die eosinophile Peritonitis, die häufig zu Beginn der CAPD-Behandlung auftritt. Sie kann durch allergische Reaktionen auf bestimmte Bestandteile der Dialyselösung oder der verwendeten Verbindungssysteme ausgelöst werden. Eine erhöhte Leukozytenzahl mit einem hohen Anteil polymorphkerniger Zellen kann auf eine Peritonitis hinweisen. Eine eosinophile Peritonitis ist definiert durch eine Leukozytenzahl von > 100/µL, wobei Eosinophile > 10 % der Gesamtleukozytenzahl ausmachen.

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