RET-He und Delta-He
Einblicke in die Qualität der Erythropoese – Eisenmangel zeitnah erkennen
Eisenmangel ist weltweit die häufigste Ursache (> 50 %) einer Anämie. Frühzeitige Erkennung ist wichtig. Das Retikulozyten-Hämoglobin-Äquivalent (RET-He) ist ein schneller, sensitiver Biomarker aus dem Blutbild zur Unterstützung des Anämiemanagements.
Bei Infektionen/Entzündungen steigen Immunbotenstoffe im peripheren Blut an (z. B. IL-6, IL-10) und induzieren die Produktion des Akute-Phase-Proteins Hepcidin in der Leber. Als Folge wird das Eisen internalisiert und ist somit für die Produktion des Retikulozytenhämoglobins nicht mehr zugänglich, was zu einem schnellen und messbaren Absinken führt. Da der Retikulozytenhämoglobin-Gehalt deutlich schneller und stärker fällt als der Hämoglobingehalt reifer RBC, führt dies zu einem sinkenden Delta-He. Delta-Hämoglobin-Äquivalent (Delta-He) ist die Differenz von RET-He – RBC-He.
Eisendefizienz auch dann erkennen, wenn klinisch-chemische Parameter versagen
Auch während der akuten Phase – bei Infektionen oder chronisch inflammatorischen Prozessen – lässt sich mit der Bestimmung des RET-He eine Eisendefizienz zuverlässig erkennen. Klinisch-chemische Parameter sind aufgrund der Akute-Phase-Reaktion oft unzuverlässig.
Zielgerichtetes Anämiemanagement
Für eine Behandlung mit Erythropoetin-stimulierenden Substanzen muss Eisenmangel ausgeschlossen werden oder Eisen zusätzlich substituiert werden. Die Retikulozytenmessung und die Bestimmung des Retikulozytenhämoglobins ermöglichen Aussagen über Qualität und Quantität der Erythropoese. So kann eine Therapie optimal ausgerichtet, angepasst und verabfolgt werden.

